Abb. 51. Rüdesheim, vom Rochusberg gesehen. (Zu [Seite 43].)

Abb. 52. Geisenheim. (Zu [Seite 43].)

Abb. 53. Nationaldenkmal auf dem Niederwald. (Zu [Seite 44].)

Abb. 54. Bingen und der Niederwald. (Zu [Seite 46].)

Blick vom Nationaldenkmal. Der Mäuseturm.

Der Blick vom Denkmal entfaltet ein ebenso reiches als prächtiges Bild. Er reicht über den ganzen Rheingau und die Taunuskette, schweift zu der weiß schimmernden Rochuskapelle und zur Burg Klopp, die, überragt von dem Scharlachkopf, über dem Städtchen Bingen (10000 Einw.) ([Abb. 54]) thront, folgt dem Laufe der Nahe, die aus einer Bergspalte zu kommen scheint und zwischen Bingen und Bingerbrück in den Rhein mündet ([Abb. 55]), mißt den breiten Strom, der aus der weiten Ebene kommt und nun westwärts in enger Talspalte, im Binger Loch ([Abb. 57]), verschwindet, und grüßt den Mäuseturm ([Abb. 56]), der auf einer kleinen Rheininsel so schmuck emporsteigt, fast schlanker noch als der hohe Turm der Burgruine Ehrenfels ([Abb. 56]), die aus der rechten Talwand herausragt. Die beiden Bauten wurden einst errichtet, um die Schiffahrt, die an dieser Stelle auch durch Felsenriffe behindert war, bis die preußische Regierung umfangreiche Sprengungen vornehmen ließ, sperren zu können. Mäuseturm heißt soviel als Turm zum „Mûsen“, d. h. Ausschauen. Er wurde von dem Erzbischof Willigis von Mainz erbaut. Das Volk aber knüpfte an ihn die grausame Sage, daß dort der geizige Erzbischof Hatto, weil er dem Volk das Brot verteuerte, von Mäusen zur Strafe aufgefressen worden sei.

[B] Über den geologischen Bau des Taunus-Hunsrück vgl. [Abschnitt V].