Abb. 90. Saarburg. (Zu [Seite 100].)
Abb. 91. Die Klause bei Saarburg. (Zu [Seite 100].)
Der Hunsrück.
Schon aus dem Gebrauch verschiedener Namen für das vom Geographen zu einer Einheit erhobene Gebiet können wir folgern, daß dessen Oberflächenbild ein wechselndes ist, daß es völlig verschiedene Landschaften in sich schließt. Wir müssen unterscheiden zwischen waldgeschmückten Bergrücken, die hoch das Land überragen, und zwischen einförmigen, schwachwelligen Hochflächen, die sich südlich und nördlich von diesen ausdehnen, schmäler im Süden, breiter im Norden. Es sind also die nämlichen Gegensätze wie beim Taunus vorhanden. Zwischen den beiden Gebieten bestehen nur die Unterschiede, daß letzterem bloß im Norden eine breite Hochfläche vorgelagert ist, nicht aber im Süden, ferner, daß die Taunuskette höher ist. Landschaftlich kommen diese Unterschiede sehr zur Wirkung. Wir finden am Südfuße des Hunsrück, wegen der dort vorgelagerten Hochfläche, kaum einen solch günstigen Standpunkt, wie ihn die Gegend von Frankfurt für die Betrachtung des Taunus, um die fortlaufende Linie der unmittelbar aus dem Tieflande aufsteigenden Höhenkette klar überschauen und verfolgen zu können, darbietet. Wir müssen ferngelegene Erhebungen, wie den Donnersberg in der Pfalz, aufsuchen, um ein übersichtliches Gesamtbild zu erhalten. Fänden wir aber auch in der Nähe einen geeigneten Standpunkt, so würde das Bild unseren Erwartungen doch wenig entsprechen, weniger weil die Höhe der Bergzüge des Hunsrück, die doch immerhin durchschnittlich 700 m beträgt, nicht bedeutend genug wäre, als vielmehr, weil keine so geschlossene Kette wie die des Taunus vor uns läge. Die Bergzüge des Hunsrück sind mehrfach unterbrochen und laufen streckenweise nebeneinander her. Am Rhein steigt zunächst, als unmittelbare Fortsetzung des Taunus, der Soonwald auf. Es folgt, durch eine ziemlich tiefe Senke getrennt und mehr nach Nordwesten verschoben, aber in gleicher Richtung von Nordosten nach Südwesten verlaufend, der Idarwald, in dem der Idarkopf die Höhe von 745 m erreicht. Mit ihm hängt der Rücken des Hochwaldes unmittelbar zusammen. Er ist die bedeutendste Erhebung des Hunsrück und steigt im Erbeskopf, dem höchsten Punkt der Rheinprovinz, zu 816 m an. Das vierte und letzte, in der Nähe der Saar gelegene Glied des hohen Hunsrück ist der Errwald. Außerdem sind noch mehrere Parallelzüge vorhanden. Die Hochflächen des Hunsrück, die schmälere im Süden und die breitere im Norden, liegen durchschnittlich 400–500 m hoch. Sie senken sich etwas zur Mosel und Nahe hin.
Abb. 92. Trier, vom Petersberg gesehen.
Nach einer Photographie von Sophus Williams in Berlin. (Zu [Seite 101].)
Abb. 93. Hauptmarkt, St. Gangolfskirche und Rotes Haus in Trier.
Nach einer Photographie von Sophus Williams in Berlin. (Zu [Seite 101].)
Entstehung des Hunsrück.