Abb. 103. Blick auf Traben-Trarbach und die Gräfinburg an der Mosel. (Zu [Seite 106].)

Abb. 104. Carden an der Mosel.
Nach einer Photographie von Stengel & Co. in Berlin. (Zu [Seite 108].)

St. Johann. Saarbrücken. Spicherer Höhen.

Wir nehmen Abschied von dem freundlich in dem Nebentälchen gebetteten Städtchen Idar. In Oberstein werfen wir noch einen Blick auf die beiden Burgruinen, die die senkrecht aufstrebenden Melaphyrfelsen malerisch krönen, und noch eine Felsennelke, die in Büscheln die Felswände schmückt, stecken wir uns ins Knopfloch. Dann müssen wir scheiden von diesem Glanzpunkte des Nahetales. Schnell führt uns die Eisenbahn über das Hügelgelände des Saarbrückener Steinkohlengebirges und vorbei an Neunkirchen mit seinen rußigen Häusern, wo qualmende Schlote die großen Fabrikanlagen des Freiherrn von Stumm verraten, nach den beiden Schwesterstädten St. Johann (25000 Einw.) und Saarbrücken (28000 Einw.). Es ist ein ungleiches Geschwisterpaar, das in der fernen Südecke der Rheinprovinz an den Saarufern erblüht ist. Saarbrücken, bis 1793 Residenz der Fürsten von Nassau-Saarbrücken, ist eine alte Stadt und von etwas hügeligen Straßen durchzogen. St. Johann breitet sich als eine vollständig neuzeitliche Stadt, die ihren Aufschwung der Eisenbahn verdankt, mit seinen prächtigen Geschäftsstraßen in der Ebene aus. Durch eine Brücke sind die beiden Städte miteinander verbunden. Der Fremde sucht in Saarbrücken an erster Stelle die Stätten, die durch den deutsch-französischen Krieg vom Jahre 1870/71 denkwürdig geworden sind. Er betrachtet die Gemälde, mit denen Kaiser Wilhelm I. den Rathaussaal ausschmücken ließ — es war dies der kaiserliche Dank für die aufopfernde Pflege der ersten Verwundeten des Krieges durch die Bürger der Stadt —, er wandert auf den kleinen Kirchhof im Ehrental, wo die an den Wunden Gestorbenen, Deutsche und Franzosen, zur letzten Ruhe gebettet wurden, von Grab zu Grab, und der staubigen Landstraße folgt er zu dem früheren Wirtshaus „Zur goldenen Bremme“, wo der erste Franzose gefangen genommen wurde, um dann den mühseligen Aufstieg zu den Spicherer Höhen zu machen und dort oben die zahlreichen Denkmäler der Gefallenen zu besuchen. Eine blutgetränkte Stätte, geweiht durch den Heldentod von Tausenden von deutschen Kriegern! Das Abendrot leuchtet über die stillen Gräber hin, und die letzten Strahlen der untergehenden Sonne decken auch das weite deutsche Land, das zu unseren Füßen liegt, zur Ruhe, zur Ruhe des Friedens, der aus dem Herzensblut der Tapferen uns erwuchs, zusammen mit des Vaterlandes Kraft und Stärke.

Abb. 105. Cochem, von der Kapelle gesehen.
Nach einer Photographie von Sophus Williams in Berlin. (Zu [Seite 106].)

Abb. 106. Zell an der Mosel. (Zu [Seite 106].)