Abb. 118. Schloß Drachenburg und Zahnradbahn nach dem Drachenfels.
Nach einer Photographie von Stengel & Co. in Berlin. (Zu [Seite 123].)

VI. Das Rheintal von Coblenz bis Bonn.

Das Neuwieder Becken.

Wieder ladet ein stattlicher Dampfer, die „Hansa“, zur Rheinfahrt uns ein, zur Fahrt von Coblenz nach Bonn, der rheinischen Musenstadt. An dem Denkmal Wilhelms des Großen gleiten wir vorüber, und der Stadt Coblenz, ihrer ehrwürdigen Kastorkirche, dem hochragenden Kühkopf und dem trotzigen Ehrenbreitstein senden wir die letzten Grüße zu. Die freie Ebene säumt nun auf der linken Seite den Strand des stolzen Stromes. Etwa eine Stunde weit treten die Höhen zurück, um in dieser Entfernung nordwärts den Strom zu begleiten. Rechts aber bleiben sie ihm noch eine Strecke weit so nahe, daß sie sich in seinen Fluten spiegeln können. Eine grüne Rheininsel, Niederwerth mit dem gleichnamigen Örtchen, verdeckt den Blick nach Osten, wo sich das Städtchen Vallendar an den Strom schmiegt. An ihrem Nordende weichen auch die Höhen auf der rechten Rheinseite zurück, und weicher Strand begleitet auf beiden Seiten den zu größerer Breite anschwellenden Strom. Wir blicken frei über die inmitten des Rheinischen Schiefergebirges eingebrochene Scholle des Neuwieder Beckens. Nordwärts aber nähern sich wieder die beiderseitigen Höhen, um von neuem den Rhein zu umklammern.

Abb. 119. Brückenbogen über den Rhein bei Bonn.
Nach einer Photographie von Stengel & Co. in Berlin. (Zu [Seite 124].)

Die qualmenden Hochöfen der Kruppschen Concordiahütte ziehen in der rechtsseitigen Ebene unsern Blick auf sich, und an das rechte Stromufer drängt sich der Ort Engers, dessen früheres, 1758 erbautes kurtrierische Schloß seit 1863 als Kriegsschule dient. Links aber wird das Dorf Urmitz sichtbar, ein den Archäologen wohlbekannter Ort, mit dem sie sich in jüngster Zeit wieder in erhöhtem Maße beschäftigt haben.

Abb. 120. Zollhäuschen auf der Bonner Rheinbrücke.
Aus der Festschrift der Stadt Bonn. (Zu [Seite 125].)