Doch ein prächtiges Bild, ein stolzer Bau, der aus neuerem Stein sich auftürmt, scheucht die Bilder der Vergangenheit. In halber Höhe des Drachenfels erscheint, überragt von der Burgruine, die die höchste Spitze des Berges so malerisch krönt, das neue, vieltürmige und zinnenreiche Schloß Drachenburg ([Abb. 118] u. [141] bis [143]). Und wie reich das Leben flutet am herrlichen deutschen Rhein, inmitten dieser, von einer alten Kultur gesegneten Landschaft, das verrät die vielhundertköpfige Menge, die in Königswinter ([Abb. 141]) unser Schiff erwartet. Bis auf den letzten Platz füllt dieses sich, und mit der Menge zieht rheinische Fröhlichkeit in seine gastlichen Räume ein. Lustig werden bei der Abfahrt die Tücher geschwenkt, und bald ertönen die Klänge eines Rheinliedes. Nixen sieht man auf der Loreley und junge Musensöhne, die in dem Sange die nämliche „gewalt’ge Melodei“ verspüren, die den Schiffer im kleinen Kahne lockte. Und desto froher stimmen sie, als verklungen der Loreley Zaubergesang, selbst sich warnend, Simrocks köstliches Lied an:

An den Rhein, an den Rhein, zieh’ nicht an den Rhein,

Mein Sohn, ich rate dir gut;

Da geht dir das Leben zu lieblich ein,

Da blüht dir zu freudig der Mut.

Siehst die Mädchen so frank und die Männer so frei,

Als wär’ es ein adlig Geschlecht;

Gleich bist du mit glühender Seele dabei:

So dünkt es dich billig und recht.

Und zu Schiffe, wie grüßen die Burgen so schön