Schwarzenbrunn, an der Poststraße, die von Eisfeld durch den Saargrund nach Steinheid und weiter nach Neuhaus a. R. führt, kann sein Bestehen bis zum Jahre 1317 zurück nachweisen. Auch der Beweis des Vorkommens von Gold ist erbracht. Bis in die neueste Zeit fand man dort Spuren von Edelmetallen. Obwohl Herzog Ernst Friedrich I. von Hildburghausen noch 1716 einige Münzen von bei Schwarzenbrunn gefundenem Golde prägen ließ, ist ein bergmännischer Betrieb nicht im geringsten mehr lohnend. Die 1716 geprägte Münze trug auf der einen Seite neben dem Bild und Namen des Herzogs die Umschrift: »Zu Schwarzenbrunn aus der Goldwäsche. Hildburghausen 1716«; auf der anderen Seite standen die Worte:

»Der Schwarzenbrunn gibt Gold,

Dergleichen auch Schalkau,

Das Salz schenkt Lindenau,

Gott ist dem Lande hold.«

Zu Seite [3].

Werra. Das Bächlein »dringet und wirret sich gleich mit Macht und Gewalt hin und wieder, bald da herümb, bald dort herümb, durch die unwegsame und wirrsame Gründe daselbst abhin, bei anderhalb Viertelmeil wegslang, auffs Dorf Schirnroda (oberhalb Schwarzenbrunn) zu: darum es auch von den Einwohnern in, an und für dem Walde daselbst herumb von solchen vielen Vermischen und fast unsäglich wunderbaren Verwirren, das Wirre- oder Werre-Wasser und die Werra genannt wird«. (Seb. Güth, Meininger Chronica 1676.)

»In den mitlern Zeiten Vierra, Werraha, Werra, Wisera, Veseraha, Weseraha, itzo die Werra, und Weser, einer von den großen Flüssen Deutschlands«. (Chr. Junker »Anleitung zu der Geographie der mittleren Zeiten 1712«.)

Nach jetzt allgemein gültiger Annahme ist die Werra als Oberlauf der Weser anzusehen und das Wort Werra als eine Zusammenziehung von Wisera, Weseraha bezw. Werraha zu erklären. Das Schluß-a findet sich bei Flußnamen häufig; es ist eine Zusammenziehung des althochdeutschen aha = Wasser, Bach.

Die Werra wird aus zwei Quellbächen gebildet, die oberhalb Schwarzenbrunn zusammenkommen und von denen der östliche den Saargrund durchfließt. Dieser Bach wurde früher »trockene Werra« genannt, wird aber jetzt meist als Saar bezeichnet.