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Steinheid, an der Poststraße Eisfeld-Neuhaus a. R., bis 1160 zurück nachzuweisen, einer der höchstgelegenen (814 m) Orte des Thüringer Waldes, war früher eine reiche Bergstadt. Verfallene Stollen und Schachte sind heute noch Zeugen früherer, umfangreicher bergmännischer Tätigkeit. Wenn auch in der langen Spanne Zeit, die zwischen dem Eingehen der Werke und der Gegenwart liegt, bezüglich des Goldreichtums die Überlieferung etwas übertreibend und ausschmückend eingegriffen hat, so war doch der Gewinn an Gold durchaus nicht gering. Durch die Hussitenkriege (besonders um 1430) erlitt das gewerbfleißige Leben große Einbuße. Die Zerstörung der Bergwerke war eine so nachhaltige, den ganzen Ort schädigende, daß auch die von Kurfürst Johann Friedrich dem Großmütigen, von Herzog Johann Kasimir, Herzog Ernst dem Frommen und Herzog Albrecht gewährten Freiheiten und die auf gewinnbringende Regelung des Betriebs bedachten Bergordnungen eine wesentliche Förderung nicht brachten. – Im Jahre 1533 wurden die Bergwerke energisch wieder in Stand und Betrieb gesetzt, und die Jahre 1576–1580 scheinen auch wieder eine etwas höher gehende Entwicklung gebracht zu haben, aber durch den Dreißigjährigen Krieg und durch spätere Feuersbrünste kam über den Ort solches Unglück, daß er sich nicht wieder zu erholen oder auch nur annähernd zu seiner früheren Bedeutung zu erheben vermochte.
Zu Seite [22]. – Vor dem Jahre 1528 stand in Steinheid eine der Mutter Gottes geweihte Kapelle (»Zu unsrer lieben Frauen Berg«), in der die vorüberziehenden Wallfahrer um gesegnete Pässe für eine glückliche und ihrem Seelenheil gedeihliche Reise vorsprachen oder auch ihre Reisepässe sich weihen ließen. Die überaus große Zahl der Besucher brachten der Kirche und dem Ort reiche Einkünfte.
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Bären, Wölfe, Wildschweine, Luchse waren im südlichen Teil des Thüringer Waldes und in den angrenzenden Gebieten durchaus keine Seltenheit. Sie gehörten zu den friedlosen Tieren und waren jagdfrei. Ja, man machte es den Bewohnern gewisser Gegenden geradezu zur Pflicht, diese Tiere abzuschießen, um sie auszurotten. Die Bewohner von Wiesenfeld hatten z. B. die Pflicht, in ihren Gemarkungen jährlich einen Wolf zu fangen, wenn sie aber deren zehn in einem Jahre erlegten, sollten sie auf zehn Jahre frei sein. (Henneberg. Urbarium ca. 1340.) Im Jahre 1656 wurden auch Gothaer Gemeinden gesetzlich zur Wolfsjagd verpflichtet. – Bei Schloß Hohenstein gibt es eine Wüstung Wolfersdorf; unsere Wohlsbach hießen früher Wolfeswac = Wolfstümpel. Auch verschiedene Flur- und Forstbezeichnungen lassen auf das Vorhandensein von Wölfen, Bären u. s. w. schließen, z. B. Wolfsrangen am Nordabhang des Festungsberges, Bärenstange, ein Forstort an der Wildbahn, Bärenhölzchen zwischen Coburg und Neuses.
1571 wurde der Förster Wolff bei Sachsendorf (direkt bei Schwarzenbrunn) von einem Bären angefallen und zerfleischt. In der Nähe des Inselsberges kam der Bär bis zum 16. Jahrhundert häufig vor. Bei Schmalkalden fanden 1587, 1592, 1594 und 1603 Bärenjagden statt, bei Brotterode 1585. Der letzte Bär in Thüringen wurde 1686 in der gothaischen Forstei Winterstein erlegt. Das Vorhandensein von Wölfen läßt sich im Thüringerwald bis 1859 nachweisen. Im Winter 1858/59 trieb sich ein Wolf vagabundierend bei Friedrichroda umher; 63 Stück Rotwild waren ihm zum Opfer gefallen. Am 6. Mai 1859 wurde er bei Heldburg erlegt. Auch 1785 war bei Heldburg ein Wolf getötet worden, der besonders unter den Schafen der Umgegend großen Schaden angerichtet hatte. Der letzte Luchs wurde am 24. März 1819 im Gothaer Revier Stutzhaus geschossen. Im Norden des Thüringer Waldes wurden Luchse im 18. Jahrhundert vielfach nachgewiesen, Wildschweine kamen da und dort noch in späterer Zeit vor.
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Der Bleßberg, 864 m hoch, einer der höchsten Punkte des südöstlichen Thüringer Waldes, bietet eine der schönsten Rundsichten und weitesten Fernsichten über das thüringische und fränkische Land. Drei Türme auf fernen Berggipfeln zeigen uns nach Norden hin aussichtsreiche Höhen des Thüringer Waldes, den etwa 24 km in der Luftlinie entfernten Adlersberg bei Suhl, den Kirchberg mit dem Fröbelturm bei Oberweißbach und die Kursdorfer Koppe. Nach Osten hin sehen wir das Fichtelgebirge, nach Westen schweift der Blick bis zu den Bergen der Rhön. Im Süden soll man die etwa 64 km entfernte Altenburg bei Bamberg sehen, man begnügt sich jedoch gern mit dem klaren Ausblick bis zum Staffelberg, bis zur Veste und Stadt Coburg, aus deren Häuserreihen man die Moritzkirche deutlich herausragen sieht. Der Bleßberg, der auf den verschiedensten Wegen bequem zu erreichen ist, war wegen seiner Aussicht zu allen Zeiten vielbesucht und war einer der ersten Berge im südlichen Teil des Thüringer Waldes, der mit einem Aussichtsturm versehen war. Der frühere, hölzerne Turm wurde schon vor mehrern Jahren durch einen eisernen ersetzt.
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Die Sage vom Mönch auf dem Moritzturm findet sich abgedruckt bei