„Denkt euch, Kinder —”
„Meine Nerven! Meine Nerven!” klagte erschrocken die Geheime Rätin.
„Der Gärtner hat in der Raubtierfalle einen richtigen Iltis gefangen! Ich hab' ihn mir angesehen! Eine Mama, die Junge erwartet!”
Alice reichte dem Doktor während ihres zoologischen Berichts sehr obenhin die Hand und setzte sich zwischen ihn und ihren Bruder.
„Wie schrecklich!” ließ sich Frau Hupfeld, ihre Nerven vergessend, neugierig vernehmen. „Was hat er gefangen? einen Tiflis?” Umfassende Bildung gehörte nicht zu Mama Hupfelds Vorzügen. Sie stammte aus einfachen Verhältnissen — aus Hupfelds weniger berühmter Zeit — und ihre Impromptus waren das Entsetzen von Exzellenz.
„Einen Iltis!” kicherte Alice. „Und zwar —” wollte sie mit überlauter Deutlichkeit fortfahren.
„Mein Liebling,” unterbrach sie der Geheime Rat mit einer Entschiedenheit, die zugleich bestimmt war, Iltis und Tiflis zu bedecken, „ich schätze die Natürlichkeit. Das weißt du. Aber sie darf nicht degoutant sein.”
„Auch meine Meinung. Besonders bei Damen!” bekräftigte Leutnant Moritz die väterlichen Worte.
„Da hab' ich mich ja wieder mal nett in die Nesseln eurer Prüderie gesetzt!” Alice sah mit verschmitztem Lachen von einem zum anderen.
„Wohin hat sie sich gesetzt?” fragte mit unerschüttertem Wissensdrang Frau Hupfeld.