Er stand still und schwieg.
„Aber Maxi”, kicherte sie leise. „Daß du so ein sentimentaler Junge warst, noch vor nicht einem Jahr, das hätt' ich mir denn doch nicht träumen lassen! Geahnt hab' ich ja den Spießer immer 'n bißchen —”
„Nicht wahr? Unglaublich!” stieß er hervor. Es klang gar nicht spießig, sondern eher wild und zornig.
„Und noch heute sprichst du von deiner Angebeteten wie von einem Wunder! Und blind war sie auch? Einfach romantisch, Männi! Bürgerlich und romantisch! Gibt's nicht ein Lustspiel, das so heißt? Und dabei bin ich überzeugt, sie war auch nur ein biederes, sentimentales —”
„Lassen wir's!” schnitt er ihr das Wort ab. „Dummheiten, du hast recht!” Er lachte gezwungen.
Sie war aufgestanden und hatte sich ihm genähert. Sie ließ ihr Lachen, das kurze, helle, aufreizende, in das seine klingen.
Er stand ihr gegenüber. Das Blut ging wie eine Welle durch seinen Körper und flirrte vor seinen Augen. Er erzitterte und ballte die Faust. Dann ergriff er sie und riß ihre Arme auseinander, als wollte er sie zerbrechen.
Sie stieß einen Wehruf aus.
Er bog ihren Kopf beinahe brutal zurück, nahm ihn zwischen seine starken, großen Hände und senkte seinen Blick in die schillernden, boshaft-schillernden Augen. Wer war denn das, der über ihn, über sein prostituierendes Geständnis, über alles, auch das Ernsthafteste, was er einst besessen und hochgehalten, lachen, so lachen durfte? Wo war das Geheimnis hinter diesen Augen? Wie war sie beschaffen, diese Seele oder was es war, dieses ewig Kichernde und Spottende? Wo war der Grund in diesem Ungrund?
Sie wand sich los. Dieser wühlende, dringende Blick war ihr ungemütlich.