Die Gescholtenen horchten hoch auf. Natürlich wagte niemand auch nur mit einer Silbe daran zu erinnern, daß man je selber an so was gedacht habe.

Elli, der das Herz im Leibe lachte, wandte ein Übermaß von Selbstbeherrschung auf, um nicht vom Stuhl aufzufahren. Es war nicht verwunderlich, daß sie Margas halbvolle Tasse umstieß. Käthe, praktisch wie sie war, wußte, daß eine solche Gelegenheit väterlicher Herablassung nicht wiederkehrte, und holte ihre Liste. Sie hub an, die Namen zu verlesen, und über die Morgenzeitung weg brummte der alte Herr zu den Vorgeschlagenen seine Zustimmung. Jetzt nannte sie Erich Wilkens.

„Hört in diesem Semester nicht bei mir,” erklärte ablehnend der Geheimrat.

„Aber er hat Besuch gemacht, Papa! Vorigen Sonntag!” fuhr es Elli heraus.

„Hat er?” gab der alte Herr gutmütig-spöttisch zurück und traf Elli mit einem scharfen Blick über die Brillengläser weg.

Elli ward rot bis über die Ohren. Sie mußte ihr Schuhband festknüpfen, um Verlegenheit und Enttäuschung zu verbergen. Marga strich leise beruhigend ihren Arm.

„Also nicht?” fragte Käthe mitleidig zögernd.

„Meinetwegen,” lautete der erlösende Bescheid.

Elli mußte vor Freude Margas Hand so überkräftig drücken, daß diese um ein Haar aufgeschrien hätte.

Doktor Perthes kam als letzter. Der Geheimrat hatte keine Ahnung mehr. Marga zuckte nicht mit den Wimpern, als Käthe ihm den Hemsbacher Arzt ins Gedächtnis brachte. „Ach der!” meinte er gedehnt. „Na ja — wenn Marga es nicht anders tut.”