„Warum sind Sie denn so mir nichts dir nichts ausgerückt, Fräulein Marga?” fragte er nach einer Weile.
„Was hätte ich denn sonst machen sollen?” entgegnete sie ohne Vorwurf.
Er schwieg. Seine Frage war unbedacht und töricht. Wie konnte sie in dem abschüssigen Garten „Hasch, hasch!” und derlei Dummheiten spielen! Er hatte sie ja überdies mit einer gewissen Absichtlichkeit sich selbst überlassen.
„Sie haben nicht viel versäumt,” fuhr er fort. „Ich alter Esel habe mich wie ein alberner Junge herumhetzen lassen.” Er trocknete sein Gesicht mit dem Taschentuch; er ärgerte sich wirklich, daß er sich wie der krasseste Fuchs in solche Kindereien gestürzt hatte. „Hier oben ist's schöner!” Er schaute hinaus in die Ebene, die nächtlich verschattet sich dehnte.
Marga antwortete nicht. Sie legte ihren Rock zurecht und glättete ihre zerknitterten Ärmel.
„Ich darf ja nicht mehr fragen, was Sie denken,” begann er von neuem, „sonst würde ich's schon wieder tun, weil Sie ja doch von sich aus mir nichts erzählen.”
„Ich denke, warum Sie bei Tisch all die häßlichen Dinge sagten.”
Perthes besann sich. „Ach — Sie meinen über meine Tätigkeit? Die Geschichte mit den Tierexperimenten, und daß man leider nicht mit Menschen experimentieren könne? Aber das ist ja wahr!”
„Vor Ihrem Verstande vielleicht, ja, aber nicht nach Ihrem Gefühl.”
„Und woher wollen Sie das wissen? Du lieber Gott! In der Medizin hört man auf, ein Gemütsmensch zu sein — woher wollen Sie wissen, daß das nicht meine volle Meinung ist?”