„Das will ich Ihnen ehrlich sagen: weil Sie vor uns dummen, gefühlsduseligen Mädels renommieren wollten. Sie hatten ein Bedürfnis, sich schlechter zu machen, als Sie sind.”

Perthes horchte verwundert auf. Er hatte sich auf den Boden gelegt und den Kopf auf die Hände gestützt. Marga saß links hinter ihm. Er sah forschend zu ihr hinüber. „Sie beurteilen mich sehr schmeichelhaft, Fräulein Marga.” Er lachte gezwungen. „Ich glaube, Sie irren.”

„Wenn ich irre, um so schlimmer für Sie!” erklärte Marga mit jener Ruhe und Geradheit, in der sie sich selbst wiederfand. „Dann müssen Sie sich selber sehr niedrig einschätzen und Ihre Mitmenschen auch. — Und besonders uns Frauen!” setzte sie nach einer Weile gedankenvoll hinzu.

„Warum gerade die Frauen?”

„Weil Sie meinen, ihnen im Ernst mit so rohen Dingen zu imponieren.”

Wieder trat eine Pause zwischen beiden ein.

Vom Hof herauf drangen einzelne abgerissene Worte, denen lustiges Gelächter antwortete. Papa Wilmanns hielt bei der Bowle seine aufgeschobene Rede auf die Damen.

„Ich glaube, wir müssen hinunter,” bemerkte Marga kurz.

Perthes rührte sich nicht. Er trommelte mit der rechten Faust erst langsam, dann immer leidenschaftlicher auf den Grasboden.

„Was machen Sie denn?” fragte Marga aufhorchend.