Schweigend stiegen sie den Weinberg hinunter ...

Von einer Bank im Blumengarten hörten sie lachendes Streiten. Es waren Elli und Wilkens. Sie waren also nicht die einzigen, die auf sich warten ließen. Weiter unten stießen sie auf Heddy Wilmanns und den dicken Burschenschafter. Mit diesen zusammen traten sie in den Hof, wo Jugend und Alter bei einer unerschöpflichen Erdbeerbowle durcheinandersaß. Papa Wilmanns hatte den Flanellstorch und die zwei Corvinen vorgenommen, denen er in der richtigen Bowlenlaune eine Philippika über die Streberei hielt. Sie hörten ihm mit stumpfsinniger Andacht zu, ohne sich getroffen zu fühlen. Der Geheimrat saß mit Frau Achenbach und Professor Borngräber in einer anderen Ecke und plauderte bei seiner sechsten oder achten Zigarre über Sommerferienpläne.

Marga und Perthes setzten sich zu Käthe und Bertelsdorf, die, unterstützt von den beiden älteren Wilmannstöchtern, die gesamte Universität Spießruten laufen ließen.

Es war lange nach Mitternacht, ehe das Gartenfest mit einem fröhlichen, von Papa Wilmanns inaugurierten und kommandierten Rundgesang sein Ende fand.


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Der Alltag war wieder in seine Rechte getreten.

Der heitere Sommerabend im Haus am Wenzelsberg war für alle Beteiligten eine liebenswürdige Erinnerung geworden. Nur für Marga und Doktor Perthes spann sich ein Stück Wirklichkeit daran. Die Freundschaft, zu der sie sich zusammengefunden hatten, gewann an ungezwungener und vertrauensvoller Herzlichkeit.

Als Perthes vierzehn Tage nach dem Gartenfest am Hause vorbeigekommen war, hatte er Marga unter den Kastanien im Vorgarten sitzen sehen. Er war ohne Zaudern hinaufgegangen, um sie zu begrüßen. Sie plauderten wie zwei gute Kameraden miteinander. Ihm tat es wohl, sich auszusprechen; Einfälle, Stimmungen, Empfindungen mitzuteilen, die ihn gerade beschäftigten. Und sie verstand dankbar und still zuzuhören. Nur ab und zu warf sie ein Wort dazwischen, offen und einfach, wie sie es fühlte und dachte.

Perthes wiederholte seinen Besuch.