Es hatte an die Tür seines Zimmers gepocht, ohne daß er darauf geachtet.

Das Klopfen wurde wiederholt, und Perthes rührte sich nicht. Er hatte ja gesagt, daß er nicht gestört sein wollte. Vergeblich drückte der Einlaßbegehrende die Klinke nieder. Die Tür war verschlossen. Ein unwilliges Brummen ließ sich von draußen hören. Dann erfolgte ein Rascheln auf der Schwelle, und durch die Spalte unter der Tür schob sich ein Brief.

Der Briefbote stapfte laut die Treppe wieder hinunter.

Bei dem raschelnden Geräusch hatte Perthes unwillkürlich den Kopf nach der Tür gewandt. Er sah den eingeklemmten Brief.

Der konnte warten.

Schließlich erhob er sich doch und nahm ihn auf.

Die Adresse war in einer kecken, schnörkellustigen Damenhandschrift hingeworfen, die er nicht kannte. Nachlässig öffnete er das Kuvert. Ein Bogen mit Blindenschrift fiel ihm entgegen.

Marga Richthoff stand mit Bleistift, schief, aber in sicheren Zügen unter den Punkten.

Halb neugierig, halb mißtrauisch las er die Zeilen.

Er legte das Blatt auf den Tisch, stützte die Arme auf und beugte sich, den Kopf zwischen die Hände fassend, darüber.