An einem Montagnachmittag, nachdem die Möbel verdeckt, die Teppiche und Gardinen eingekampfert, alle Rouleaus herabgelassen waren, so daß Therese nur noch abzuschließen brauchte, setzten sich Marga und Elli mit ihrem Handgepäck in den Lokalzug und fuhren flußaufwärts, zwei Haltestellen weit. Dann holte sie die Fähre über nach der Sägemühle.

Der große Koffer, eine sehenswürdige Häßlichkeit aus Vater Richthoffs Junggesellenzeit, stand schon in dem blanken, behaglichen Zimmerchen mit den weißen Tüllvorhängen und dem braungestrichenen Boden, zu dessen offenen Fenstern der Buchenwald beinahe seine Zweige hereinstreckte.

Noch am Abend mußten das Haus, der Garten und die nähere Umgebung besichtigt werden, obwohl sie, längst bekannt, viele Überraschungen nicht bieten konnten. Elli beschrieb Marga all die Herrlichkeiten haarklein — bis auf die Enten und Gänse, über die man stolperte.

Das Abendbrot in einer Laube am Fluß schmeckte königlich.

Die paar Ausflügler, die noch verstreut im Wirtsgarten saßen, reckten verwundert die Hälse, so laut und ansteckend lustig klang das Lachen zu ihnen herüber.

Am anderen Morgen begann das Faulenzerleben der Sommerfrische, in seinen Einzelheiten entworfen und geleitet von Elli. Erst anderthalb Stunden Frühstück mit Massenvertilgung von Butter und Honig. Nicht zu spät, aber auch ja nicht zu früh. Dann mit der Hängematte in den Wald bis Mittag. Nach dem Essen in der Halle, einem luftigen Holzbau mit großen, zum Teil bunten Glasfenstern und einem Orchestrion, wurde geschlafen. Die anstrengende Untätigkeit des Vormittags forderte das.

Zum Kaffee setzte man sich in den Garten, an einen versteckten Platz, zwischen hohe Haselbüsche. Von dort ließen sich die Menschen, die von der Stadt kamen, trefflich mustern. Elli versah sie einzeln mit Etiketten, um sie Marga anschaulich zu machen.

Als etwa anderthalb Stunden so vergangen waren, verstummte das Gespräch eine Weile.

„Weißt du,” legte dann Elli los, „ich hatte bestimmt erwartet, daß Wilkens käme. Er hat mir's nämlich versprochen.”

„Heute schon? Gleich am zweiten Tag?” fragte Marga, etwas erstaunt.