„Wollen wir uns nicht vorher ein Glas Bier kommen lassen?” meinte Wilkens gemütlich zu seinem Nachbar.

„Das können Sie! Denn Sie sind hier gewissermaßen eingeladen,” gab Perthes zurück.

„Eingeladen?” Elli schüttelte entrüstet ihren Blondkopf. „Das muß ich mir schönstens verbitten. Herr Wilkens hat von mir allerdings erfahren, wohin ich gehe. Aber eingeladen habe ich ihn nicht! Davor werd' ich mich hüten!”

„Weil er sowieso kommt,” ergänzte Wilkens, während er dem in der Ferne vorbeistreifenden Kellner seine Bierwünsche durch Zeichensprache deutlich machte.

„Das tut Herr Doktor Perthes auch!” entfuhr es Elli übermütig.

„Oho! Dagegen lege ich Verwahrung ein!” protestierte Perthes und schlug lebhaft mit der großen Hand, die schon so sommersonnengebräunt war wie das räuberbärtige Gesicht unter dem weißen Panama, auf den Tisch. „Also, Fräulein Marga! Ich bin nur hier, um Rechenschaft zu fordern. Wenn mir nicht Ihre Therese begegnet wäre, die auf dem Weg zum Bahnhof grüßend an mir vorbeischnob, wüßte ich überhaupt nicht, wo Sie sind. Herr Wilkens ist mein Zeuge, mit dem ich mich eine halbe Stunde später auf der Landstraße traf. Man hat mich böswillig hintergangen! Man hat mir kein Sterbenswörtchen von dieser Sommerfrischenidee gesagt. Ist das freundschaftlich?”

Marga suchte vergeblich nach dem rechten Ton, um auf den scherzhaft-temperamentvollen Angriff einzugehen.

„Sagte ich es nicht? Dieses Schweigen ist Schuldbewußtsein!” triumphierte Perthes. „Wenn Sie sich wenigstens auf einen Spaß hinausreden wollten!”

„Einen Spaß?” kam es jetzt ehrlich, aber leise von Margas Lippen. „Da müßte ich Sie geradezu anschwindeln, Herr Perthes!”

„Sie wollen mir also einfach zeigen, daß ich durchaus nicht unentbehrlich bin, Fräulein Marga,” sagte Perthes nach einer kleinen Pause, aus dem heiteren Ton der Philippika zu gedämpftem Ernst übergehend.