Der Maschinenmeister Polster stellte sich wohlhäbig auf und lehrte: „Die Gewinnbeteiligung ist eins der wirksamsten Mittel zur Hebung des Arbeiterstandes und das wirksamste Mittel zur Versöhnung von Arbeiter und Unternehmer.“ Er wußte den Anschlag schon auswendig.
Herbesdörfer erwiderte ihm:
„Den Unternehmer kennen wir.“
Dies machte viele stutzig; — und eben jetzt wagte der Jauner sich hervor: Die Herren dort oben hätten ihn zwar falsch beschuldigt und beinahe einsperren lassen, hier aber müsse er sagen Hut ab! Worauf viele erwiderten: Schnauze! — und ernüchtert den Weg zur Fabrik antraten.
Einige sagten zu Balrich:
„Wenn es wirklich etwas ist mit der Beteiligung, es ist noch nicht alles. Wir brauchen dich weiter, Balrich.“
Händeschütteln. „Hoch Balrich!“ Auch „Ausstand!“ ward gerufen. Er aber sagte ihnen:
„Laßt das nur! Ich weiß den Weg! Abwarten!“
Und er zog seinen Karren weiter; hinter ihm Dinkl und Malli mit den ihren, auf einem das Letztgeborene; und am Schluß schoben die jungen Brüder Balrichs. Die Kinder nebenher; Leni war nicht mehr zu sehen; — so führte der alte Gellert sie in ihr neues Heim.
Es waren zwei Zimmer mit Fenstern in der Höhe des Erdbodens. Die Kammer im Parterre, nach Norden auf das Haus C hinaus, war nicht weniger dunkel, nur trockener. Balrich arbeitete darin, schlafen aber mußte dort Leni. Sie hatte sogleich eine Stellung als Modistin und kam erst abends heim. Dinkl, ebenso schnell, kam bei der Städtischen Abfuhr unter; Malli durfte ihm sein Essen einfach auf die Landstraße hinaustragen. Sie selbst tat die groben Arbeiten bei Klinkorum, alle hatten ihr Auskommen, Gellert sogar mehr Wände anzustreichen als sonst.