Er fand kein Wort, das zu sprechen er wert wäre. Sie langten an bei der Hütte auf weitem Feld, da fiel sie nieder. Er trug sie auf das Bett unter der Treppe, wartete sie und blieb, bis sie schlief. Er ging Essen zu holen, gab den Hausleuten Geld und versprach ihnen mehr. Alles ihr. Er hatte nicht zu arbeiten für die, die gegangen war, noch für jene, die ihn verrieten, und auch für sich nicht, seit er ohne Glauben war. Für diese.
Sie war erwacht und hatte gegessen, da sagte er: „Ich will dich heiraten, Thilde.“
Sie blieb hart. „Das tust du nicht.“ Er sagte es bittend noch einmal. Zuletzt ergab sie sich, ward sanft, weinte, und nun mußte er schwören, daß er sie liebhabe. Er schwur es, und sie nahm es hin. Dann ging er, im Herzen gewiß, daß er gelogen habe und, vollends der Liebe verlustig, verdammt sei zum Haß.
Eines Abends, früher in der Dunkelheit heimkehrend, stieß er auf Heßling. Der Generaldirektor in Person stand wartend im Garten Klinkorums. Sein Auto hielt neben dem Haus, im Schatten der Mauer, als hätte er es versteckt. Einen Zweiten sah Balrich verschwinden, er dachte, es sei Gellert, schon wieder habe der Reiche ihn versucht. Auch fiel es ihm ein, daß letzthin in seinem Schreibtisch, wie er heimkam, die Papiere anders lagen als er sie gelegt hatte. Er trat drohend ein. Heßling, wider Erwarten, drückte sich nicht, er kam entschlossen unter dem beschneiten Busch hervor und keuchte:
„Mensch, wie lange treiben Sie sich hier noch umher?“
„Und Sie, Mensch?“ erwiderte der Arbeiter und ging den Weg weiter, als stände niemand darauf. Heßling taumelte unter seinem Anprall in den Busch zurück, — indes droben ein Fenster klirrte. Die Stimme Klinkorums erscholl: „So ist es nicht zu machen, Herr Geheimrat,“ rief sie, — und aus dunkler Höhe, aber einen ungewissen Glorienschein um das redende Haupt, tönte sie fort, in eintöniger Größe.
„Der Reiche hat sich vergriffen am heiligsten Menschentum — und will nicht einmal bezahlen.“
„Doch,“ rief der Reiche.
„Aber nicht reell,“ tönte die unerbittliche Richterstimme. „Darum wehe! Der Rächer steht hinter dir!“
Die Stimme sagte du. Auch Balrich ward von ihr geduzt.