„Nein. Denn du willst in einem Jahr lernen, wozu sie mir im Gymnasium fünf oder sechs Jahre gegeben haben, — und ich weiß es nicht.“
Plötzlich fielen ihm die Spiele der Kinder auf, an einem schlammigen Graben, in den jeder den anderen einzutauchen suchte mit dem Gesicht.
„Sie sind schmutzig und boshaft,“ bemerkte er; und er behauptete: „Wenn sie das nicht wären, brauchtest du nicht so furchtbar viel zu lernen.“
Wieso? Ihm selbst machte die Erklärung Schwierigkeiten. Er fühlte nur: zuerst sauber sein — und ein anständiger Mensch. Das Lernen ist dann Nebensache.
„Besser als Lernen ist Denken; und das Denken geht am besten, solange man nicht daran denkt.“ äußerte er.
Balrich sagte nüchtern: „Das ist Unsinn. Vielleicht, wenn man Geld hat. So aber, wenn ich da heraus will,“ — er zeigte auf den Graben — „muß ich lernen wie ein —“ Gehässig knurrend: „Wie ein Tier.“
Hans Buck verstand dies nicht völlig, er suchte sich einzufühlen. „Ich habe doch auch nie Geld. Und sogar Papa hat es meistens nur vom Onkel Heßling.
Der hat zu viel, darin habt ihr Recht. Meinem Papa sollte er mehr geben. Aber mir wieder sollte Papa mehr geben. Wirklich anständig ist keiner.“
Balrich wußte nun schon, daß sogar die Reichsten noch Unterschiede machen zwischen einander; er dachte mit Verachtung: „Ihr liefert euch selbst an das Messer.“
Hans Buck seinerseits blieb plötzlich zurück; es war klar, er versteckte sich hinter dem Größeren. Und Balrich, der den Zusammenhang sogleich erfaßte, blieb stehen, einen Fuß vorgestellt, in der Haltung des Beschützers. „Ist es der Rote dort?“ fragte er, den Blick auf dem nahen Rande des Arbeiterwaldes.