Der Medizinalrat zuckte mit den Lidern; dann fragte er schnell und mit einer Art Freundlichkeit:

„Sie haben wohl viele Feinde?“

Da Balrich nicht mehr antwortete, setzte er hinzu:

„Dann ist es auch begreiflich, daß Sie geäußert haben: Alles herausgeben soll die Bande und jeder einzelne soll sich mit dem Rasiermesser selbst die Gurgel abschneiden.“

Balrich stand starr: Es ist klar, dachte er.

Der Medizinalrat seinerseits sagte zu dem Obersinspektor:

„Die Sache ist klar. Der Mann ist verrückt. Das können Sie dem Herrn Geheimrat von mir ausrichten.“

Der Oberinspektor verbeugte sich; der Medizinalrat aber, inmitten der Stille des Entsetzens, die sich um ihn herlegte, redete geläufig weiter, und nicht etwa leiser.

„Der Mann fühlt sich verfolgt, und alles bezieht er auf sich. Zudem fällt noch auf, er überhebt sich und verkennt die örtlichen Verhältnisse. Das genügt für Paranoia, man kann ihn einsperren.“

Da er es murren hörte, wandte er sich erstaunt herum. Die Gesichter, in die er blickte, bewirkten sofort, daß er das übergeschlagene Bein wegnahm, die Hüfte einzog und viel weniger anspruchsvoll dastand. „Nach dem Gesetz,“ rief er schnell, „und nach den medizinischen Verordnungen gehört der Mann in die Obhut der Anstalt.“