„Auch du?“

„Und wie wir glücklich sind!“

Sie saßen sich zugewandt, die Knie verschränkt, die Hände eines jeden gespreizt auf dem Rücken des andern, und atmeten einander, aus tödlich gespannten Gesichtern, leise keuchend in die halboffenen Münder.

„Um Vergebung!“ wisperte es; und immer durchdringender:

„Um Vergebung!“

Aufseufzend ließen sie sich los. Drunten auf der Terrasse tanzte der Barbier Nonoggi, zwei Finger preßte er unter schwindelnden Grimassen ans Herz, auf die Lippen und wieder aufs Herz.

„Ich wollte, da ich gerade dem Herrn Nardini den Bart gemacht habe, die Herrschaften nur warnen, weil Gefahr droht. Meine Absichten sind die redlichsten, und niemand kann schweigen wie ich. Sogleich aber wird der Advokat Belotti hier sein, und Sie wissen wohl, daß er das böseste Klatschmaul der Stadt ist . . . Nicht dorthin! Gehen Sie das Haus entlang, nach dem Wasserfall. Sie werden zufrieden sein mit meinem Rat, — und wenn ich Ihnen sonst mit etwas dienen kann: ich habe Parfümerien, Zöpfe, Fächer . . .“

Sie klommen, und riefen einander leise Mut zu, ein Stück hinan, um den Abstieg nach dem dunkelsten Flügel des Hauses zu finden, wo der Wasserfall vorbeischnellte. Sie liefen hinab: unversehens war der Berg nach innen gekrümmt; Steine rollten in die Höhlung; unter ihren Füßen schwankte es. Sie wagten sich nicht mehr zu rühren. Der Staub des niederschießenden Wassers sprühte sie an. Da zischelte es von der ebenen Erde her:

„Vorsicht! Wir sind nicht allein.“

Der Advokat Belotti machte drunten einen Kraßfuß; er rundete die Hände um den Mund.