„Auf mich können Sie sich verlassen, wie Sie wohl wissen; aber das Unglück will, daß der Barbier Nonoggi in der Nähe ist, der die böseste Zunge von allen hat. Fliehen Sie!“

Da sie regungslos hinuntersahen:

„Wie? Sie werden mir doch nicht mißtrauen? Ich bin, wie gewöhnlich, der Eier wegen da, und zum Beweise kann ich Ihnen sagen, daß sie heute um zwei Soldi teurer sind.“

Dabei begann er, sich hinten ein langes Netz herauszuwickeln.

Plötzlich krachte der Boden und sprang ihnen fort. Der Busch vor ihnen ward von steiniger Erde hinuntergerissen.

„Halten Sie sich an jener Pinie!“ rief der Advokat. Aber sie griffen nicht um sich: sie faßten nur nach einander. Die Arme einer um des andern Schulter, stürzten sie.

Nello öffnete die Augen und tastete nach Alba. Sie glitt von ihm herab; dann richtete auch er sich auf; sie sahen sich um. Droben über dem Wasserfall, beim Elektrizitätswerk, standen Arbeiter und bogen sich vor Lachen auf ihre Knie. Unten lehnte der Advokat Belotti breitbeinig hintenüber und schmunzelte fett. Der Barbier Nonoggi lief, die Hand vor dem Munde, davon. Alba und Nello stiegen, und bei jedem Schritt betrachteten sie einander ernst, auf den Weg hinab.

„Der Herr Nardini kommt“, zischelte der Advokat, — und sie flüchteten das Haus entlang, über die Terrasse, in die Tiefe des Gartens und das Dunkel des Zypressenganges. Auf einer begrünten Bank sanken sie einander an die Brust.

„Hat nicht vor langer Zeit eine Uhr geschlagen: viele Schläge?“ fragte Alba. „Ich hörte sie wohl, aber mir war, es sei nicht wirklich und es gelte nicht. Nun werde ich gehen müssen.“

„. . . O Himmel! Die Stunde des Essens ist versäumt, der Großvater wird mich suchen, was tun? . . . Mein Geliebter, tritt in die große Brunnennische an der Bergwand. Der Knabe und das Mädchen auf dem Brunnenrand blasen einander nur einen schwachen Strahl ins Gesicht; sie werden dich nicht naß machen, wenn du hinter den hohen Pflanzen in der Nische stehst.“