„Die Hyazinthen duften so süß, daß man sterben möchte“, sagte Alba.

„Ich brauche mich nicht mehr hinter euch zu verstecken“, rief er den beiden Figuren auf dem Brunnenbecken zu. „Ihr könnt gehen!“

Er warf dem Knaben einen Stein in den Mund. Der Wasserstrahl brach ab. Ein Schrei.

„Er hat sich nach uns umgesehen! Sie hat geschrien! O Nello, was tust du, wir werden Unglück haben.“

„Du, Alba, hast geschrien: du,“ — und er schloß ihre angsterfüllten Augen an seiner Brust. Ihre Hand erhob sich, weiß langend, nach seinem Kopf; er drückte den Mund in ihre Schulter; und durchtränkt mit dem beißenden, schmerzlich berauschenden Geruch ihres feuchten, halb wahnsinnigen Körpers, erschrak er, weil er hatte spielen können.

Sie begann zu sprechen.

„Sonst, wenn ich am Abend aus der Kirche kam und in unserem schwarzen Hause ein Fenster hell sah, dachte ich: wie lange wird mein Großvater sein Licht noch anzünden, dann brennt meins dort oben, in dem Hause auf der Bergkuppe. Es war mir befreundet, ich nickte ihm zu. Jetzt — sieh hinauf, ich kann es nicht —, hat es nicht eine furchtbare Gestalt? Will es mich nicht töten?“

Bauchig und grau in den Felsenrand gekrallt, mit krummschnabeligem Dach und zwei böse blinkenden Fenstern daran, hockte das Kloster in der Höhe wie ein Raubvogel, der den Fang abpaßt.

„Es will mich nur noch tot. Im Leben habe ich einzig dich. Was soll aus mir werden, wenn du mich verläßt? Noch niemals wußte ich, was es heißt, allein zu sein: jetzt ahnt mirs.“

Er griff fester um sie, die der Schauder schüttelte.