„Jetzt würden Sie vielleicht wünschen,“ sagte Savezzo, „meine Fähigkeiten früher erkannt zu haben. Dies ist mein Werk.“
Der Advokat musterte ihn langsam. Savezzo fragte:
„Bin ich noch ein Winkel-Advokat?“
„Mehr als je“, sagte der Advokat und wandte sich ab. Savezzo erhob von hinten die Faust; Nello Gennari fiel ihm in den Arm.
„Ah Sie!“ keuchte Savezzo. „Wagen Sie sich noch einmal nach Villascura, und ich werde Sorge tragen, daß Sie nie mehr dorther zurückkehren!“
„Ich warte nicht so lange!“ rief Nello und packte rascher zu als der andere.
„Fest, Cimabue, du, der du ein Löwe bist!“ kreischten die Nonoggi und Frau Malagodi. Der Schlächter schüttelte von seinen zehn Angreifern einen nach dem andern ab, nur die beiden jungen Leute in großen Hüten und bunten Halstüchern hielten, so sehr er sie umherschwenkte, mit Armen und Beinen seine Gliedmaßen umklammert. Die Pipistrelli schwang ihren Krückstock über dem Kapellmeister, der am Boden lag, aber die kleine Rina entriß ihr, bleich vor Zorn und Liebe, die Waffe und verscheuchte die Alte. Durch riesige Übermacht überwältigte der Mittelstand den Verräter Scarpetta. Drunten, in dem Gewirr von Beinen, kroch Coletto mit den Buben und entzog Freunden und Feinden der Freiheit den Fuß, auf den sie sich stützten.
Der Schlächter hatte sich losgerissen. Er hatte blutunterlaufene Augen und Schaum vor dem Munde. Alles, was sich schreiend umherdrehte, wich auseinander, der Schlächter überrannte Nello Gennari und den Savezzo, die weiterrangen, und er stürzte, dumpf brüllend, mit ungeheuren blutigen Fäusten auf den Advokaten Belotti los. Der Schneider Chiaralunzi war es, der sich dazwischen warf. Gleich darauf hatten die beiden jungen Leute den Schlächter eingeholt und rissen ihn im Ansturm nieder.
„Wer befreit mich von diesem Schwein?“ — und der Gevatter Achille hieb mit seinem Bauch von neuem auf seinen Konkurrenten los. Alles drehte sich wieder: da heulte der Kaufmann Mancafede auf, und nie hatte man von ihm solche Stimme gehört:
„Ich bin ermordet!“