„Was denn! Ja was denn!“

Und da sie schwieg:

„Nein. Ich eile hin. Leb wohl! Ich laufe am Fluß entlang und springe über die Gartenpforte.“

„Am Fluß werden sie Wasser holen und dich kommen sehen. Gehe lieber über den Corso. Er wird voll erregter Leute sein; vielleicht, daß sie dich nicht beachten . . . Geh, Lieber, wenn wir uns wiedersehen, ists für immer.“

„Für immer“, rief Nello zurück.

Schon beim Rathaus roch er den Rauch. Drüben im Corso drängte sich das Volk und quoll bis auf den Platz hinaus. Auf der Treppe vor dem Dom stand eine Gruppe: Nello suchte umsonst, voller Befürchtungen, die Gesichter zu erkennen. Auf dem Platz war kein Licht. Die schwarzen Formen der Menge wurden flackernd eingefaßt vom Schein der roten Säule über den Dächern, der alle Hälse sich nachreckten. Nello Gennari drückte sich an den Häusern hin. Vor dem ganz verstopften Eingang des Corso tat er plötzlich einen Sprung, riß zwei Männer an den Schultern auseinander und schrie:

„Platz! Platz für den Advokaten Belotti!“

„Was denn! Buffone!“ keifte die Stimme des Galileo Belotti von der Domtreppe herab. „Kommen etwa wir durch? Und ist der Advokat wichtiger als wir?“

„Der Advokat ist schon beim Gasthaus“, sagte jemand im Gedränge.

„Ich weiß es!“ rief Nello verzweifelt. „Ich habe einen Auftrag vom Advokaten und muß zurück zu ihm.“