„Wo ist Don Taddeo?“

Vergebens durchwühlte sich die Menge. Auf der Treppe rief jemand:

„Er ist drunten auf dem Platz!“

Gerade zog er, ganz oben, den Riegel von der Tür zur Plattform. Er huschte hinaus, er hielt mit beiden Händen die Tür zu, er zitterte vor jäher Auflehnung: „Geht! Warum quält ihr mich noch! Ists nicht genug, was ich euch geopfert habe?“

Niemand hörte ihn. Der Advokat gelangte, von einer Welle Volkes hinabgeschwemmt, auf den Platz. Er verlor, sooft er auch stolperte, sein seliges Lächeln nie, und den Schlüssel zum Eimer reckte er immer hoch aus dem Schwall.

„Der Advokat soll ihn um den Hals hängen!“ verlangte das Volk; und man suchte nach einer Schnur.

„Das Band, das du im Haar hast, würde passen“, sagte der Doktor Capitani zu seiner Frau. Sie nahm es, mit hochroten Wangen, vom Kopf und zog es durch den Schlüssel. Als sie es ihm um den Hals knüpfte, sagte der Advokat:

„Man weiß, wie ich denke: all unser Ruhm wäre umsonst, ohne den Lohn der Frauen!“

Die Frauen klatschten. Der Advokat küßte der Jole Capitani die Hand; im Lärm flüsterte er ihr zu:

„Deine Liebe hat mich aufrecht erhalten.“