„Du bist nicht lächerlich, Virginio, du bist mein Freund. So wohl wie du will keiner mir von den Menschen. Alba: ah! das ist mehr als menschlich.“

„Die Sache ist,“ sagte Gaddi, „daß du der späteste Freund meiner Jugend bist. Solange ich dich jung sehe —. Als wir Freundschaft schlossen, war auch ich es fast noch. Erinnerst du dich an jenen Abend am Meer in Sinigaglia? Wir hatten nichts zu essen und brachen Muscheln von den Pfählen. Für die Nacht gingen wir in eine Sandgrube und fanden dort ein Mädchen, in das wir uns teilten. Die Zeiten sind vorbei.“

Nello lachte hell auf.

„Ja, sie sind vorbei. Aber es kommen immer schönere.“

„So grüße ich dich denn“, — und Gaddi umarmte ihn lange. „Adieu, mein Bruder!“

Gerade keifte der Bäcker Crepalini gegen den dicken Corvi, der noch immer aß. So sei es nicht gemeint, und er solle nicht die ganze Stadt bankerott essen, weil er selbst es sei. Der dicke Alte blinzelte gelassen; er erklärte:

„Ich esse, weil der Advokat ein großer Mann ist. Lange genug hat man nicht gewußt, was man glauben, zu wem man halten sollte. Jetzt, Gott sei Dank, habe ich wieder Appetit. Es lebe der Advokat, und es lebe die Freiheit!“

„Denn der Advokat“, sagte der Apotheker Acquistapace, „ist, und das findet Ihr nicht wieder, ein großer Mann, der die Freiheit liebt.“

Der Bäcker bellte:

„Er liebt die Freiheit, er liebt die Freiheit. Aber wir haben es ihn erst lehren müssen, sie zu lieben, indem wir ihm die Zähne zeigten. Die Freiheit ist eine gute Sache; darum soll man genau achtgeben, daß niemand zuviel davon nimmt.“