„Weil sie Pardis Geliebte ist . . . Ja, man spricht seit zwei Tagen davon, aber ich habe mich erst überzeugen wollen . . .“
Lola hörte gierig die Einzelheiten von Nutinis Entdeckung an.
„Sie begreifen nun, die Bernabei ist auf Sie eifersüchtig.“
„Aber neulich, als Pardi seine Rede gegen die Scheidung hielt, schien sie sich mir ganz freundlich nähern zu wollen.“
„Das glaub ich!“ — und Nutini lachte auf, mit großen Falten neben dem Munde; „Sie wissen wohl, was Eifersucht ist: man muß die Gegnerin kennen lernen!“
„Nein, ich weiß das nicht. Und ich bin nicht die Gegnerin der Frau Bernabei.“
„Im Ernst? . . . Ich will aufrichtig sein. Die Gräfin hat mich beauftragt, zu machen, daß Sie beide sich kennen lernen.“
„Mich verlangt nicht nach der Bekanntschaft.“
„O! Sie sind nicht eifersüchtig. Sie sind ein bewundernswertes Geschöpf, in das auch ein ernster Mann sich verlieben könnte. Unglaublich, wie viel Seele in den Augen dieses Mädchens ist . . .“
Lola dachte: „Für alles andere habe ich Blick, nur nicht für Liebessachen . . . Jetzt begrüßen sie sich: ja, es ist wahr. Daß ich das nicht früher gesehen habe! Und doch war sie mir unsympathisch vom ersten Augenblick, und ich habe mich ihretwegen mit ihm gestritten! Also hat er eine Geliebte: hier gleich neben mir, die er doch behandelt, als ob ich ihm gehörte . . .“