„Ich weiß es nicht.“

Er wanderte umher und stellte Fragen, nach denen er suchte.

„Du antwortest sehr kurz. Bin an deiner schlechten Laune ich schuld?“

„Nein.“

„Du hast mir nichts vorzuwerfen?“

„Nein.“

„Um so besser. Ich sehe, daß du Ruhe brauchst.“

„Das war eine Freundin! Dies kleine schlaue Tier, das sich mit seinen Gazellenaugen in mich eingeschlichen hat, mein Empfinden und meine Stimme nachgeäfft hat! Sie wußte, was sie wollte: vom ersten Tage an! Wir disputierten; ich dachte, Pardi zu gewinnen; ich glaubte, zwei Körper könnten nicht, wie unsere, durch Liebe verschwistert sein, ohne daß auch die Seelen sich umarmten. Sie unterstützte mich, schelmisch, schmiegsam. Im selben Atem — wie abstoßend häßlich! — nahm sie mir den Mann! Daß solch Geschöpf sich leben sehen mag!“

Lola ertrug sich selbst nicht, weil sie dies erlebt hatte. Sie irrte umher, vergrub sich in Winkel.

„Werde ich nie mißtrauisch genug werden? Werde ich nie Weib werden und weiblichen Schlichen zu begegnen lernen? Warum muß mich jeder Mensch, nach dem ich die Hand ausstrecke, in noch tiefere Einsamkeit stoßen? Mein Gott, gib mir Verachtung!“