„Ich habe ihn mir noch nicht so genau angesehen.“
„Er ist mein Freund, und ich werde niemals leugnen, daß er früher große Erfolge bei Frauen gehabt hat. Trotzdem scheint es, daß er neulich bei der Baldelli abgefallen ist.“
„Wer kann das wissen,“ meinte Lola leichthin; und Pardi, gespannt bei der Sache:
„Wenn sie umhergeht und es erzählt! Schade um ihn: der Takt, rechtzeitig aufzuhören, hat ihm gefehlt. Jetzt wird keine ihn mehr wollen, da schon die Frau eines kleinen Advokaten ihn abgelehnt hat.“
„Sie ist sehr hübsch,“ sagte Lola, um etwas zu sagen; aber sie spürte, wie jede ihrer Antworten ihn heftiger reizte.
Im Theater in Lolas Loge fing am Abend darauf Deneris an:
„Valdomini ist in der Klubloge. Ich weiß nicht, mir gefällt sein Frack nicht. Dabei soll er früher von allen den elegantesten gehabt haben.“
„Das war vor unserer Geburt,“ sagte Nutini.
Lola erwiderte Valdominis Gruß. Er trat, die schlanken Schultern weit zurückgeschoben, die Hände in den Hosentaschen, nachlässig an die Brüstung und überflog die Bühne. Botta bemerkte, fett und phlegmatisch:
„Der Tenor ist gemacht: Valdomini hat ihm zwei Minuten lang in den Mund gesehen.“