„Was denn bloß, Fieke?“

Sie hatte aber schon die Tür aufgerissen und lief nun mehr als sie ging mit gesenktem Kopf vom Hofe hinweg.

Steffen rief ihr nach, verwunderte sich, beunruhigte sich indes nicht, lächelte in seiner Arglosigkeit und stieg auf den Boden, um Häcksel zu schneiden.

Über Mittag legte sich ein heller Sonnenschein auf den wüsten Hof; aber die Hühner blieben ihm fern, und das Eisgespinst, das zwischen den Fußstapfen und Wagenspuren glitzerte, ließ sich trotz seiner Jugend ebensowenig reizen und locken. Es war ein trügerischer Schein, und wo sich dennoch ein feines Eiszäpflein von ihm rühren ließ, da fror es hernach um so fester.

Als die Sonne über die Nachbarsscheune stieg, und dem Hofe nichts als frostigen Schatten hinterließ, kletterte Steffen auf den Hahnenbalken, um von dem Eulenloche über das Dorf hinweg zu sehen.

Da hörte er in der Gegend der Eichen klatschende Peitschenschläge, die in bunter Folge — kurz linksrechts und rechtslinks und dann mit aller Macht groß und stark aus der Rechten — das rasch sich nähernde Wagengerassel begleiteten.

Da brauchte Steffen nicht mehr auszugucken, und es war gut, daß er’s nicht mehr tat. Denn drüben zwischen den Bäumen stand Sophie, und die bunten Schläge galten ihr. —

Steffen ließ sich über das Heu herabrutschen, stob die Leiter und dann die kleine Treppe herab, lief durch die Stube und sah den Wagen über die Despebrücke kommen. Die Säcke hingen leer an der Wagenleiter.

Gott Lob und Dank!

Also hatte der Herr das Korn angenommen, also stand auch der Erneuerung des Meierbriefes nichts mehr im Wege.