Freudigen Herzens eilte Steffen auf den Hof. Der Wagen stob herein, Marten sprang noch in voller Fahrt ab und warf Steffen das Seil zu, — wie der Herr dem Knechte. — —
„Habe Dank, Bruder, vielmaligen Dank! Du hast mich aus einer großen Pein erlöst. Ich war ganz zerschlagen heute, ganz zerschlagen, und seit einer Stunde fürchtete ich immer, du würdest jeden Augenblick mit den vollen Säcken über die Brücke kommen.“ Steffen schirrte den dampfenden Gaul aus, und da Marten noch nichts sagte, fragte er: „Na, im Anfang war er aber wohl recht kurz angebunden, der Herr?“
Die Stute im Stalle wieherte, und der Wallach in der Sperrdeichsel antwortete ihr mit einem grummelnden Tone. Nur Marten wußte noch keinen Ton zu finden.
„Wundert’s dich nicht, daß es schon so stark gefroren hat?“ fragte Steffen, und seine Hände bebten, daß er kaum die Ringkoppel öffnen konnte.
Jetzt zuckte Marten die Achseln, krümmte den Nacken und machte mit der Hand eine so eigentümliche und heftige Geste, als wollte er die Luft von sich abwehren.
Steffens Augen wurden starr, sein Blut stockte. Er brachte den Gaul in den Stall, schüttete ihm eine Wanne voll Häcksel ein und trat auf die Küchendiele.
Marten stand vor dem Schranke und schnitt sich ein Stück Brot.
„Du siehst mich ja gar nicht an!“ rief Steffen mit dumpfer Stimme, „redest auch kein Wort?“
Marten hustete. „Es ist mir ’n schweres Angehen, dir den Ausfall mitzuteilen,“ ließ er sich endlich mit unsicherer Stimme vernehmen, „aber es muß doch ’raus!“
„Es muß ’raus?! Was muß ’raus?“ schrie Steffen außer sich und klammerte sich an die Treppenlehne.