Marten sah ruhig zu und sagte dann mit gehobener Stimme: „Was kann denn ich dafür, daß Eure Tochter meinen Bruder nun einmal nicht leiden konnte? Wer ist denn eigentlich schuld daran, daß es so gekommen ist, wie es hat kommen müssen?“

„Willste etwa noch die Schuld auf andre schieben?“ fuhr Drewes ihn an.

Der Bursche hielt den Blick ruhig aus und entgegnete: „Wer hat denn Eure Fieke gezwungen, sich meinem Bruder zu versprechen? War ich’s oder wart Ihr’s und mein Vater?“

Das brachte den Meister vollends in Harnisch. „Mutter!“ rief er außer sich, ratlos, „was sagste nun dazu? Was sagste bloß dazu?“

Aber die Frau blieb ruhig und sagte nichts.

Drewes steckte hastig beide Hände in die Hosentaschen, zog sie ebenso hastig wieder heraus, schritt mächtig durchs Zimmer und schlug die Hände zusammen. „Jetzt sind’s also wir, die den Steffen von seinem Hofe gejagt haben! — Natürlich! — Potz Donner und Düwel!“ —

„No, das hat doch noch gar keiner gesagt, Vater!“ bemerkte jetzt die Mutter in einem Tone, der für Marten gar nicht so unfreundlich klang.

Drewes überhörte den Einwurf, nahm eine neue Wagenrunge aus der Ecke und warf sie wieder hin. „Wüßte man nur, wo der arme Junge steckt! — Morgen am Tage sollte die Hochzeit sein, das wollte ich ihr aber wicken[31], der leichtfertigen Dirn der!“

Marten zuckte die Achseln. „Dann wolltet Ihr also Eure Tochter zum zweitenmale zwingen, gegen ihre Natur zu handeln?“

„Junge, was verstehst du von Natur!“