Steffen klopfte sorglich über die Decke, um die Federwülste, die sich hier und da unter den Windungen des Kranken gebildet hatten, auszugleichen. „Vater, ich will Euch noch ’n ordentlichen Topf voll Kamillentee kochen, der tut Euch gut für die Nacht,“ sagte er gutmütig, aber in etwas leierndem Tone.

„Och, Junge, gegen den Tod ist kein Kraut gewachsen. An mir hilft kein Kamillentee mehr. Immerhin — man weiß ja doch nicht, wie lange der liebe Gott noch mit einem warten will. Da ist denn eine Hilfe weniger, aber eine große Last mehr im Hause ...“

„Och, Vater!“ beschwichtigte Steffen ihn.

„Doch, Junge. Und darum, wollt’ ich sagen, muß eine junge Frau ins Haus — und zwar so bald wie möglich. Du mußt freien, Junge. Das mußt du.“

„Och, Vater!“ wehrte Steffen wieder und wickelte in seiner Verlegenheit das heraushängende Bettlaken auf. Ein solches Thema hatte er mit ihm niemals erörtert.

„Haste schon mal mit Nabers Fieke gesprochen?“ fragte der Alte und stemmte sich auf die Hände.

Da ging Steffen hastig ans Fenster, als ob er den Vater jetzt nicht gut ansehen könne.

„No?“

Steffen drückte mit den Fingern auf die Erde in dem Rosmarintopfe, der auf dem schmalen Fensterbrette stand, und guckte auf die grünlichen kleinen Fensterscheiben.

„Ja, versucht hab’ ich’s wohl schon,“ druckste er endlich heraus, „aber“ ... Da steckte er wieder fest.