Drewes schüttelte den Kopf und lächelte. „Sterne, Kind, findet man nicht, Sterne sieht man nur. Sie zeigen nur an, wo wir einst hinkommen sollen.“

Als sie vor ihrer Haustür standen, huppelte Oppermann die Straße herauf. In der Annahme, daß er sie schon gesehen haben könnte, warteten sie, bis er vorüber kam.

Oppermann stutzte und rief: „Alle guten Geister loben Gott den Herrn!“

„Und ich auch!“ antwortete Drewes, der die Geistersagen eben so gut kannte wie jener.

„Von twölwe bet einen sind alle Geister te Beinen,“ rief Oppermann wieder und blieb in drolliger Scheu stehen.

„Habe nur keine Bange, Hanorg,“ lachte Drewes, „wir sind trotz der Stunde keine Geister, sondern leibhaftige Menschen.“

Nun kam er herzu. „Es ist so recht eine Nacht für die guten Geister,“ sagte er und verwunderte sich nun doch, die beiden noch vor ihrer Tür zu sehen.

In aufgeräumter Stimmung entgegnete Drewes: „Wir hörten so ’ne eigentümliche Vogelstimme da drüben im Felde, davon wachten wir auf, und da ’s so ’ne schöne Nacht ist, sind wir aufgestanden und ’mal ’n bißchen vor die Tür gegangen.“

Oppermann, der in dieser Nacht viel trockener war als an jenem Martinitage, guckte bedächtig ins Feld, horchte und meinte, es könnte am Ende gar der Nachtrabe gewesen sein, der mit eisernen Flügeln über die Siebenberge geflogen käme. Davor sollten sie sich aber nur in acht nehmen, denn der Nachtrabe wäre schon manchem Menschen ans Leben gegangen.

Sophie schüttelte sich. „Ist das wirklich wahr, daß es einen Nachtraben gibt?“ fragte sie und steckte die Hände unter die Schürze.