Er trank wieder, schüttelte sich wie im Schauder und fuhr jäh auf: „Was starrt ihr mich so an? Denkt ihr, ich wäre verrückt, oder wundert ihr euch, daß ich so lustig, lustig, lustig bin? Soll’n wir denn nicht lustig sein, lustig sein? He juchhe!“

Er stand auf, griff in die Tasche, warf eine Handvoll Kupfermünzen in die Höhe und rief: „Das ist der Musikantentaler! Und jetzt wollen wir den Brauttanz beginnen!“

Er stellte sich mitten auf das Grab und drehte sich wie im Tanze.

Indem kam der Geistliche herbei. Während die Leute ihn eifrig umringten, schrie Steffen plötzlich auf: „Du hast einen falschen Hochzeitstext gehabt. Du kennst die Bibel nicht und weißt noch nicht ’mal, ob der liebe Gott lange oder kurze Haare hat!“

„Schweige, Unglücklicher!“ rief der Geistliche und faßte ihn unwillig ins Auge.

Steffen stieß einen Schrei aus. „Ja, du hast einen falschen Hochzeitstext gehabt; weißte noch nicht ’mal, was im ersten Buch Mosis im 27. Kapitel im 36. und 41. Verse steht? Im ersten Buch Mosis! Nicht? Dann gehe hin und schlage nach — das ist der wahre Hochzeitstext!“

„Steffen, es ist unser Herr Pastor,“ mahnten jetzt mehrere Stimmen zugleich.

„Und ich wette,“ schrie er ungeachtet dessen fort, „euer Pastor weiß auch nicht ’mal, was er getraut hat, euer Pastor! Ja? Nicht? Nein? Hei, was ihr nicht für ’n klugen Papen habt! ’n Wiesel hat er getraut, ’n Wiesel! Seht, Kinder. Ja! Jawohl!“

Alles lachte.

„Ja, ja! ’n richtiges Wiesel!“ beteuerte er nochmals und zuckte die Achseln gerade so, wie sein Bruder vorhin getan hatte. „Aber was ’n richtiger Pape ist, der ist blind wie kleine Katzen, ’n richtiger Pape.“