Bettex, der Verfasser von „Naturstudium und Christentum“, und vieler anderer Bücher, die zu den meistgelesenen ihrer Art zählen, der Naturforscher mit den großen Gedanken, sagt uns in einem Bändchen von etwa 100 Seiten seine Ansicht über Bildung. Wie er in seinen früheren Schriften einer Naturwissenschaft entgegentritt, die in den kleinen Gebieten ihrer Forschung vergißt, wie unendlich das Weltall ist, wie viele tausend Fragen auf allen Seiten an den Menschen treten, auf die er noch keine Antwort gefunden hat, so wendet er sich in dieser Schrift gegen die falsche Auffassung von dem, was Bildung ausmacht.
Er untersucht den Einfluß von Armut und Reichtum auf die Bildung und leitet über zur Familie, der ersten und wichtigsten Bildungsstätte. Hier werden wir an die trefflichen Bücher von Riehl erinnert, denn auch Bettex steht ganz auf dem Standpunkt, der in der Familie den Hauptfaktor zur Bildung sieht, aber ohne in den Fehler zu fallen, den Bildungswert der Schule zu unterschätzen. Man wird dem praktischen Schulmann besonders gerne zuhören, wenn er über die Reformen spricht, die im Interesse wahrer Bildung in den Schulplänen z. B. der Mädchenschulen vorgenommen werden sollten, und nur von Herzen freuen kann man sich heute in der Zeit der Lokalanzeigerbildung über die deutliche Sprache, mit der er vom Mute des Nichtwissens spricht.
Mit seiner klaren und präzisen Ausdrucksweise, mit dem feinen Aufbau seiner Gedankenreihe, bietet die Lektüre dieses Buches schon einen ästhetischen Genuß. Aber durch die Originalität und die Kraft, die Bettex auszeichnet, kann es auf den Leser von Wirkung sein. Namentlich jungen Menschen, die sich nach der Freiheit sehnen, die wahre Bildung unter allen Umständen vermittelt, sei dieses Buch herzlich empfohlen. Wir brauchen solche Aufforderung zu eigenem Denken, zum Prüfen der überlieferten Anschauung von dem, was Bildung sei, damit wieder eigene selbständige Charaktere geboren werden, Menschen, die nicht nach dem Urteil dieser oder jener fragen, sondern nach dem Beifall ihres eigenen Gewissens und die sich unter strenger Selbstkontrolle halten mit der Bildung, ja, wenn nicht identisch, so doch nahe verwandt ist.
Verlag von Martin Warneck, Berlin W. 9.
Die Anfangsgründe der häuslichen Krankenpflege.
Eine Anleitung für hilfsbereite Frauen u. Jungfrauen.
Von Hans Allihn.
4.-6. Tausend.
Preis hübsch kart., illustr. nur Mk. 1.—.
Dies Büchlein müßte in jedem Hause zu finden sein. Es will auf die einfachste und faßlichste Weise die Kenntnisse vermitteln, die eine Hausfrau oder Haustochter nötig hat, um in ihrer Familie und Freundschaft, bei Angehörigen, Nachbarn und Bekannten dem Kranken mit Rat und Tat beizustehen.