Drewes schüttelte unwillig den Kopf. „He, ich werde dir aber die Borstelmannsche herschicken. Die hat doch schon so manchem geholfen. ’n Topf, der ’n Riß hat, kann noch lange gebraucht werden — natürlich, wenn ne ordentliche Frau im Hause ist. Was ich darum noch sagen wollte, Henderk,“ fuhr er fort, indem er mit dem Daumen auf die Asche im Pfeifenkopfe drückte, „ne Frau müßt ihr wieder ins Haus haben, i natürlich, das geht doch nicht anders, dann haste auch eher deine gehörige Aufwartung — i natürlich.“
„Ja, was sagste denn, Andreis,“ fragte Oelkers gleich gerade heraus, indem er sich auf beide Ellbogen stemmte und den Kopf mit Anstrengung erhob, „würdest du uns nicht deine Tochter geben?“
„No, warum denn nicht, Henderk! Aber bringen tue ich sie euch nicht, wenn Steffen sie nicht holt!“ antwortete Drewes in seiner lauten und lustigen Weise.
„Na, das ist doch ’n Wort, Andreis,“ rief Oelkers freudig gerührt und hielt den Kopf mühsam aufrecht. „Ja, schicke mir doch man die Borstelmannsche nochmal her; jetzt kriege ich doch auf einmal ordentlich wieder ne Lust zu leben.“
Meister Drewes lachte, daß es durchs Haus dröhnte, schüttete etwas Asche aus, kehrte die Pfeifendose um, daß der braune Saft herauslaufen konnte und sagte: „Habe heute ’n Aßschemel und ’n Wenneschemel und zwei Waugarme abgeliefert und soll in ’n nächsten Tagen sechs Pflugstürzen, zwei Polterbretter und drei Sichtbäume, sowie ’n Pflugrump und ’n Salrad fertig haben, und ’n neues Hintergestell und ’n neuer Pflug ist auch schon wieder bestellt. Geht das so weiter, muß ich mir am Ende noch ’n Gesellen nehmen.“ Dabei brach er abermals in sein behagliches Lachen aus.
„Ja, Handwerk hat einen goldenen Boden,“ bemerkte der Kranke.
„He, es läßt sich an.“
„I, tu man nicht so, Andreis!“
„Naber, du weißt, wie ich angefangen habe: klein und kümmerlich genug.“
„Auch ’n Fuder Weizen fängt mit einer Forke voll an,“ erwiderte Oelkers und lächelte.