Drewes rückte den Stuhl leise zurecht und sagte, indem er von Steffen auf seine Tochter sah, die beide noch verlegen dastanden: „Der Pastor wird nun gewiß bald kommen; da kannste nur Stube und Küche gleich ’n bißchen in Ordnung bringen, Fieke! So ’n Pastor hat seine Augen allerwärts, und wenn ein Kranker das heilige Abendmahl kriegt, muß es rein und ordentlich sein; denn der Heiland sieht nicht nur auf den Kranken, sondern auch auf die Gesunden.“
Froh, sich mit der Arbeit von dem schweren Banne, der auf ihr lag, etwas befreien zu können, nickte sie dem Vater zu und begann sofort in der Stube aufzuräumen, während Steffen auf den Zehen hinausschlüpfte, um Besen und Mulde hereinzuholen.
Oelkers versuchte sich noch einmal auf die Ellbogen zu stemmen, was ihm aber nicht mehr gelingen wollte. Da legte Drewes den Arm um seine Schulter und hielt ihn.
„Sie sollen das Trauerjahr nicht erst abwarten,“ flüsterte der Sterbende, „wenn ich begraben bin, ist der erste Tag der beste zur Hochzeit, damit das Haus wieder in Ordnung kommt. So will ich es, Naber. Hört ihr, Kinder, so will ich es.“
Drewes ließ das sterbensmüde Haupt leise in das Kissen zurücksinken, nickte und sagte, indem er seine eifrig hantierende Tochter ansah: „Kommt der Pastor denn doch ’mal her, so können wir ja gleich mit ihm über das Aufgebot sprechen, wenn du’s so willst, Naber.“
„So will ich es, Naber,“ bekräftigte Oelkers noch einmal durch lebhafte Gesten.
Steffen sah das Mädchen unverwandt an, als wollte er fragen: „Ist dir’s auch recht?“
Aber Sophie hatte in ihrem Eifer, zu säubern und zu ordnen, kein Auge für ihn, sie schob das Fenster auf, warf eine Handvoll Spiere und Erdbröckeln hinaus und atmete in der hereinströmenden frischen Luft tief auf.
Da der Geistliche nicht so rasch kam, als der Sterbende ihn begehrte, so machte sich Steffen auf den Weg ins Kirchdorf, um ihn herbei zu holen.
Die Glocke läutete gerade den Sonntag ein — denn es war Sonnabend — als Steffen mit dem Geistlichen und dem Küster ins Dorf kam.