Die Leute, die des nahen Sonntags wegen auf den Höfen kehrten, sahen auf und wußten nun, daß die Glocke bald wieder läuten würde, dann aber zu ungewohnter Stunde.

„Ah, da kommt er schon, der Herr Pastor!“ rief Drewes nach einem Blick durchs Fenster, worauf er rasch an sich herunter sah und mit beiden Händen über sein Sonntagswams strich, das er inzwischen angezogen hatte.

Sophie rückte schnell den letzten Stuhl zurecht und lief die Treppe hinab um den Kamin herum, um sich neben dem Herde in die Ecke zu drücken.

Der Geistliche stand aber schon in der Tür, und da Sophie sich sagen mußte, daß sie nicht unbemerkt geblieben war, kam sie mit rotem Gesicht hervor und grüßte den ehrwürdigen Herrn.

Er nickte ihr freundlich zu und stieg rasch die Treppe empor, während Sophie sich über den Herd bückte.

Steffen tappte polternd um sie herum und wurde von ihr deswegen fast etwas unwillig zurechtgewiesen.

Jetzt rasselte ein Wagen auf den Hof, und gleich darauf kam Marten eilenden Trittes zur Tür herein. Als er das Mädchen gewahrte, flammte eine dunkle Röte durch sein Gesicht, und einen Augenblick stand er wie angewurzelt. „Guten Tag, Fieke!“ rief er, als sie nicht aufsah, in beinahe heftigem Tone.

„Guten Tag!“ antwortete sie leise, ohne aufzusehen.

Ein blitzender Blick nach Steffen hinüber — der ihn ebenfalls anzusehen vermied; dann richtete er sich strack auf und schritt festen Trittes die Treppe hinauf, als sollte jeder Schritt ein Wort für die beiden sein.

Sophie legte nun aufs neue in der Küche Hand an.