Marten schüttelte den Kopf, schob das Fenster auf und horchte hinaus.

Steffen trieb gerade die Gänse nach dem Stalle und fluchte dabei, weil der Gante vor der Tür immer wieder ausbog und dadurch die ganze Schar wirr machte, so daß etliche links, etliche rechts auseinander stoben.

Marten lachte, sah forschend nach den Obstbäumen drüben über der Despe und sah gleichmütig hinauf nach den feinen blassen Sternen, die eben im Himmelsgrunde auftauchten und ihre Silberfäden in das Gewebe des Abends wirkten.

Den Vater schüttelte ein Frostschauder. Er kauerte sich zusammen und sagte: „Jetzt geht der Tod über die Stelle, da ich liegen werde.“ —

Marten stand noch spähend am Fenster.

„Hörste ’s, Junge?“

Herriut! Herriut! —

Ja, jetzt hörte er’s.

„Ich will es schon weg kriegen, Vater!“ sagte er, ging rasch hinaus und sah nach dem kleinen dreieckigen Loche oben über den Strohdocken des Giebels, wo die Eule gern zu sitzen pflegte. Er konnte den dreieckigen Umriß noch recht gut erkennen, strengte die Augen an und gewahrte auf einmal einen seltsamen Feuerball, der vom Himmel jählings über den First hinsauste. Es zuckte und flimmerte ihm vor den Augen, und als er wieder hinaufsah, wirbelte es wie ein Feuerrad in dem Giebelloche herum. Ein rieselndes Grausen im Nacken, riß er einen Splitter aus der Holzfimme, die wie ein breiter Kegel vor der Giebelseite stand, und warf ihn mit voller Kraft nach dem Eulenloche.

Das Gepolter wurde von einem hellen Mädchenlachen übertönt, und als der Splitter zu Boden fiel, flogen dem Burschen ein paar rotbäckige Äpfel um die Füße.