Hätte sie sich nicht durch ihr Lachen verraten, würde er’s doch alsbald an den Äpfeln gemerkt haben, wer dort über der Despe hinter der Haselhecke sich verborgen hielt, denn solche Äpfel gab es nur in Drewes Garten.
Er las sie hurtig auf und lief an das Ufer: „Sollst auch recht bedankt sein, Fieke, und hättest du mir auch ’n Loch in ’n Kopf geworfen.“
Wieder erscholl das helle Lachen. Dann raschelte es in der Hecke, die nach der Despe hinabhängenden Weißellern und Erlenbüsche schlugen auseinander, und ein schlankes Mädchen stand da, mit der Linken die zusammengepreßten Zipfel der Schürze haltend, die schwer mit Äpfeln gefüllt war.
„Bei dir ist’s wohl nicht ganz richtig heute abend, daß du euer Haus mit Splittern wirfst?“ fragte sie in ihrem lachenden Tone.
„Ich wollte das Leichhuhn treffen,“ erklärte er.
Sie zuckte ein wenig zusammen. „I gitte! War denn eins da?“ rief sie in einem zwischen Angst und Lachen steckenden Tone.
„O gewiß war eins da, ich glaube gar, eins mit hundert Augen!“ versicherte er eifrig.
Sie schüttelte sich; aber ihr Grauen hatte einen komischen Anstrich. „Ein Leichhuhn mit hundert Augen? Hu, mir graut, ich mache, daß ich ins Haus komme!“ Die Büsche raschelten.
„Bleib noch ’n Augenblick, Fieke,“ bat er, „dir kann’s doch nichts anhaben.“
„Wer weiß!“ entgegnete sie und blieb unschlüssig in der Hecke stehen.