Marten setzte seinen Weg nach dem Pferdestalle gemächlich fort und antwortete über die linke Schulter: Der Vater würde in seinen gesunden Tagen einen solchen Rat nicht gegeben, sondern sich gewiß in anderer Weise zu helfen gewußt haben. Er riegelte die Tür auf, wobei die Eimer überschwankten, und rief nur noch in seiner unbrüderlichen Weise: „Mich geht’s aber gar nichts an; du willst ja der Bauer sein. Und ich kann, wenn ich will, auch anderswo in der Welt Wurst und Schinken zu essen kriegen.“ —
Steffen wußte nun, woran er war. Sollte er den Bruder dennoch um Geld bitten?
Nein! Er machte eine energische Gebärde. Hernach würde er ihm noch vorhalten, er hätte den Hof mit seinem Gelde gemeiert. Wie sollte er dann vor Fieke dastehen!
Er sah in den Baum und ging nach dem Herde, um nach der Petersiliensuppe zu sehen, die er vorhin aufs Feuer gesetzt hatte. Sollte er, so fuhr er fort mit sich zu ratschlagen, vielleicht doch Vater Drewes um Hilfe angehen?
Nein, auch dagegen sträubte sich alles in ihm. Das sähe gerade aus, als könne er die Zeit nicht abwarten, als wär’s ihm durchaus um das Geld zu tun; hatte doch auch der Vater nicht unbedingt dazu geraten.
Steffen ging umher und grübelte. Er hatte einmal sagen hören: Wer einen Ackerschachtelhalm mit der ganzen Wurzel herausziehen könne, fände darunter einen Goldklumpen. Es mußte aber wohl sehr schwer sein, denn es hatte noch keiner einen Goldklumpen gefunden, soviel Schachtelhalme auch in der Feldmark wuchsen.
Leider war’s jetzt aus der Zeit, sonst würde er sich schon zutrauen, das Kraut mit der Wurzel heraus zu kriegen und damit der Sage auf den Grund zu kommen. Ach, so ein Goldklumpen! Ach!
Steffen guckte ums Haus und grübelte. Er hatte den Vater auch sagen hören: „Ja, wenn wir nur einen Alraun hätten, dann brauchten wir uns nicht so zu plagen.“
Was mochte es nur damit für eine Bewandtnis haben? Der Vater hatte wohl näheres darüber erzählt, wie er sich erinnerte, aber er hatte nicht darauf zugeschlagen.
Da sah er die alte Annekathrine mit einer schweren Tracht Buchenreisig auf dem Rücken um den Kirchhof herum kommen.