In seinen Augen leuchtete es auf. Die würde gewiß etwas genaueres wissen, ihm vielleicht auch sagen können, wie sich’s mit dem Goldschatze verhielte, der nach dem Leutesagen im Rotenkampe verborgen sein solle.

Er sah sich um, ob ihn jemand beobachte, und ging der Annekathrine nach.

Die Alte ließ sich mit der Tracht auf den kleinen Reisighaufen fallen und hockte nun tief atmend da, die Arme noch in den Strippen und das quer über die Stirn gebundene graue Tuch fast ganz auf den Augen.

Steffen machte indes wieder kehrt und lief, als ob er etwas vergessen hätte, auf den Hof zurück, guckte, wo Marten war, ging dann ins Haus, öffnete rasch den Küchenschrank und ergriff den kleinen, noch halbgefüllten Branntweinsbuddel, der in die Tasche gesteckt wurde, wenn’s zum Pflügen hinausging. Er hielt den Buddel gegen das Licht, zog den Papierpfropf ab und nahm einen Zug. Nun steckte er den Buddel geschwind in die Hosentasche und ging wieder hinaus, erst ruhig und gemächlich, dann, als er sich unbemerkt wußte, raschen Schrittes dem Armenhause zu.

Die Annekathrine saß noch so, wie er sie vorhin gesehen hatte; nur den rechten Arm hatte sie schon halb herausgezogen.

„Du hast aber ’ne mächtige Tracht gehabt, Annekathrine.“

„Ja,“ sagte sie und bückte den Kopf, damit der gefesselte Arm das Tuch heraufschieben konnte.

„’ne mächtige Tracht,“ bewunderte Steffen noch.

„Eh’ de Esel tweimal geiht, dröchte, dat ne’t Lief weih deit,“[27] antwortete sie mit einer eigentümlich groben Mannesstimme.

Steffen lachte und zog den Buddel aus der Hosentasche. „Prost, Annekathrine!“ Er tat aber erst selber noch einen Zug.