Marten stieß einen Fluch der Erleichterung aus und wollte die Haustür von innen abriegeln, als Sophie wieder auf die Diele schlüpfte und ihn daran hinderte.

„Wer am Tage die Tür verriegelt, bringt die Menschen auf arge Gedanken,“ sagte sie und stellte sich zwischen ihn und die Tür.

„Mögen die Leute denn ruhig sehen, wie’s zwischen uns steht!“ rief er heftig und fing sie abermals in seinen Armen auf. „Fieke!“ jauchzte er und trug sie mit stämmiger Kraft die Treppe hinauf in die Stube.

Und sie schlang beide Arme um seinen Hals, legte ihre Wange an sein Gesicht und flüsterte: „Du lieber, schlimmer, lieber Mensch du ... Ach, ich hab’ dich ja so gern, so gern ...“

Und er setzte sich und nahm sie wie ein Kind auf seinen Schoß und konnte sich gar nicht sättigen an ihrem Anblick und ihrer beseligenden Umarmung.

Da schlug die Uhr, die mit langstrippigen Sandgewichten an der Wand hing, und als die Gewichte niedergingen, schlug Sophie das Gewissen, und sie sprang auf.

„O Gott, was fange ich nun an?“ klagte sie. „Jetzt — jetzt kann ich Steffen nicht mehr nehmen! Nein, ich kann es nicht! Ach, der arme Mensch! Wie er mich dauert. Aber es würde ein ewiges Unglück!“

Da fuhr ein Windstoß in die Stube und trug eine hallende Stimme herein.

„Da soll denn aber doch gleich ein heilig Ungewitter reinschlagen,“ kam’s breit und wuchtig von der Tür her.

Sophie flüchtete in die Ecke und barg ihr Gesicht in beide Hände, während Marten ruhig an seinem Platze blieb und ganz gelassen zu erscheinen suchte.