»O, sprich nur ein Wort!« bat ich wieder. »Ein einzig Wort, daß ich wisse, die Rose, die sich mir zur Wonne erschlossen in dieser Blüthennacht, sei nicht auch zugleich entblättert; daß mir eine Hoffnung leuchte auf

der dunklen Bahn, die ich beschreite. – Sprich dies Wort, Irmela, dies eine Wort, und ich will kämpfen, ringen und nicht ermüden, bis der Tag kommt, da der Bund dieser Mitternachtsstunde vor Gott und Menschen gesegnet wird!«

Da war’s, als bewegte sie ihre Hand mir entgegen; ich erfaßte sie und drückte sie mit Inbrunst an Herz und Lippen.

»Hab Dank, hab Dank, Irmela!« sagt’ ich, indem ich mich erhub, »und fahr wohl!«

»Fahr wohl auch Du!« sprach sie zum Scheiden.

Indem kam auch schon Klingsohr herbei mit großer Eil und vielem Winken: »Geschwind, Junker, geschwind! Wir dürfen nicht länger säumen. Man ist uns auf der Spur. Dort den Weg kommen sie, den wir vorhin nahmen. Gewiß ist die Alte heimgekommen, hat das Nest leer gefunden und Lärm gemacht.«

Ich wollte mich auf diese Worte fürder wenden, mit ihm die Flucht fortzusetzen, als wir auch schon die, so uns zu suchen ausgegangen, in der offnen Pforte ersahen, durch die wir in den Garten gekommen waren.

»Da drüben um’s Thürmlein müssen sie sein,« so vernahmen wir: »dort hört’ ich flüstern, als ich hinaushorchte.«

Es war die Stimme der Alten.

»Sie werden mich finden!« sagte Irmela mit Bangen, »was beginn’ ich?«