»Vielleicht ist’s ein Hirt, der dort sich seine Abendkost rüstet«, dacht’ ich. »Er mag Dir wohl auch Rast und Erwärmung an seinem Feuer und einen Imbiß gönnen, so Du ihn darum ansprichst.«
So bog ich dahin vom Wege ab.
Als ich nahebei kam, trieb mir just der Rauch in’s Angesicht, daß ich nicht wohl aufsehen konnte. Wer aber da der Flamme pflegte, das ward mir mit dem ersten Gruß bewußt, den ich hörte:
»Geschwind, Klingsohr, Gesell, Sieh da!
Er selbst: lupus in fabula!«
Allsogleich darauf fühlt’ ich mich von dem Gerufenen an beiden Händen erfaßt und unter überlustigen Sprüngen näher gezogen, indem er sang:
»Nun fiedelen und tanzen wir, heisa, hopei!
Herr Diether, der Junker, Herr Diether ist frei!«
»Gelt, mein Tannhäuser!« sagt’ er dann zu seinem Gespons, indem sie beide eine wollene Decke an die bequemste Stelle neben dem Feuer spreiteten, »das hätten wir nicht gedacht, daß der werthe Junker uns die Sach’ so leicht machen würde. – Ho, ein gutes Glück! Eine treffliche Conjunctio! wie die Astrologi sagen. – Möcht’ ein Kalendarium haben, die Zeichen einzusehen, wie sie heute stehen. – Gewißlich im besten Aspect; geschickt zu großer Unternehmung! – Ah, Herr Diether! Die bleibt ungethan, und wenn sie uns den Stein der
Weisen zu gewinnen brächte, nun wir Euer theilhaftig worden sind.«
Und er schüttelte mir wieder die Hand und der Tannhäuser auch.
»Ihr scheinet meiner gedacht zu haben«, fragt’ ich, selber schier erstaunt über die unverhoffte Begegnung, indem ich, wie sie es wollten, zwischen ihnen niedersaß.