»Zu weiter Nichts? Junker, zu weiter Nichts?« fragt’ er wieder.
»Wie wunderlich Ihr seid!« sprach ich. »Zu was noch sonst?« – Aber ich mocht’ ihn dabei nicht ansehn; denn ich wußte wohl, daß er mit seinen Blicken auf mich hielt.
»Dann rath’ ich Euch, Junker!« hub er wieder an – »brauchet Herrn Eberhards nicht! – Was wolltet Ihr, da Euch die Flügel losgebunden sind, noch fürder hier herumschleichen, als stünd’ Euch draußen nicht die weite Welt offen? – Seid Ihr nicht selber gewitzigt genug, Eurer Sache zu helfen, und werdet Ihr nicht Freunde, Euch beizustehen, bald genug finden, so Ihr sie weislich prüfet? – Wär’ ich, Herr Diether, an Eurer Statt, ich rüstete mir in Speyer alsbald ein hübsch’ Pferd und durchzöge die Lande der Christenheit: wo Kurzweil zu finden, Ehre zu erjagen wäre, da macht ich Halt, und, glaubt mir’s, Junker! wenn Ihr so thut, so werden, wenn ein Jahr herum ist, allerorten die Männer, so des Ritterthums verstehen, Euch rühmen – und gar die edlen Frauen! – ah, Junker, Ihr seid ein glückseliger Mann, denn die Frauengunst, Junker –«
»Was sollt’ ich mich nicht zuvörderst zu Herrn Eberhard wenden und die Elzeburg meiden?« sagt’ ich, ihn unterbrechend.
»Nur allda den Grafen heimzusuchen, Junker Diether?« und mir schien’s, als winkte Klingsohr seinem Gesellen, wohl acht zu haben, da er so fragte.
»Nun, ihn und das Fräulein auch«, erwiederte ich kurz.
»Wenn Ihr nur nicht just um sie des Frauenzimmers da zu wenig findet« – meinte Klingsohr.
»Oder aus der Ritterschaft einen zuviel«, fuhr der Tannhäuser fort.
»Ich versteh’ Euch nicht!« rief ich ärgerlich.
Da sang der Lange: