»Diether, ehrwürdiger Vater.«
»Wohlan, Diether, darum mach’ Dir keine Sorgen. Aber von Deinem Abt und Deiner Fahrt wollen wir hernach reden; da will ich auch an Dich eine Frage thun. Jetzo merk’ nur dies, daß ich Brun heiße, und so magst Du mich nennen. Das ist genug. Und nun gedenke des Mahles, denn es ist bereit.«
Drauf legt’ er mir vor, was er hatte, Brot und Käs und von dem Brei, den er gekocht hatte, und ein wenig Wein. Während ich aß und trank, durft’ ich nicht sprechen, denn er hatte mir Silentium auferlegt
mit strenger Miene, als wären wir im Refectorium. Mir war sein Gebot ganz recht, und mit Lust und Eifer that ich der Mahlzeit Bescheid. Er sah mir freundlich und ermunternd zu und bedachte dabei das Feuer, das, den ganzen Raum angenehm erhellend und erwärmend, den felsigten Kamin hinaufschlug und den Schatten seiner Gestalt in wunderlichem Wechsel an die Wand malte.
Als ich vollendet hatte, hieß er mich wieder meine vorige Lagerstätte einnehmen, that die Zurüstung des Mahles beiseit und setzte sich mir gegenüber an den Herd.
»Diether«, sagt’ er da, »warum kam Dir vorhin das Lachen an?«
Ich ward ob der Frage verlegen, und zögernd erwiederte ich: »Wenn Ihr die Wahrheit zu wissen begehrt, ehrwürdiger Vater« –
»Brun heiß ich,« unterbrach er mich ungeduldig.
»Wenn Ihr die Wahrheit zu wissen begehrt, Brun: es geschah, weil Ihr Eure Klause hier der Arche Noä verglicht und mich mit dem Täublein, das der Erzvater hineinnahm.«
»Und warum that denn dem Thierlein der Einlaß in den Kasten noth?« fragt’ er eindringlich.