rächen, und auch meine gegen ihren Herrn bewiesene Hoffahrt zu strafen. Aber die Elzeburger hätten ihnen ohn’ Ursach gewehret und den überdreisten Singer schutzweise umringt. Da sah sich der Herr Conrad zornigen Blickes nach mir um und zugleich auch, als wär’ es ihm eben recht, daß er so eine Sache wider mich hätte, mich in Schmach zu bringen.
»Komm heraus da!« rief er mit gebietender Stimme mir zu, als er mich erblickte.
Ich trat festen Schrittes vor und sah ihn gerad an, als ich vor ihm stund. Seine linke Hand stützte er gegen seinen Schwertgriff, und mit seiner rechten strich er gemächlich den Bart über seinen Lippen, die er verächtlich zusammenzog.
»Das also ist der Meister Nirgenddaheim, den seine überzarte Kunst durch Hoffahrt zum Narren gemacht hat!« sagt’ er spöttisch lachend.
»Herr!« sagt’ ich darauf, »Eure Jungfrau Braut hat den Narren mit diesem Kranz geziert.«
Daß ich dergestalt vor ihm Irmela’s und ihrer Gütigkeit gegen mich gedachte, trieb die hellen Zornflammen in des Stolzen Angesicht.
»So unwerther bist Du, Lotterbube, ihn zu tragen!« rief er voll Grimm und schlug mit seinem Handschuh mir nach dem Haupte, daß der Kranz herunterfiel und das Haar mir wirr um die Stirn wehte. Drauf streckt’ er seinen Arm aus und rief weiter: »Heb’ Dich hinweg, und ohne Säumen, eh’ ich noch meinen Knechten gebiete, Dir den Rücken zu bläuen, wie Du’s um Dein übermüthig Unterfangen verdient hast!«
Das war mir unerträglich, daß ich so vor Aller Augen von ihm wie ein Ehrloser geschlagen sein und
mit Schmach und Schimpf hinweggetrieben werden sollte. Und so reckte ich mich hoch empor, sah ihn wild an und rief ihm wüthend zu: »Wär’ ich bewehrt, Herr, wie Ihr: bei Gott, dem Hohen! der Schlag sollt’ Euch gereuen, mit dem Ihr mich schlugt und Ihr dürftet mir so nicht drohen!«
Da griff er nach seinem Schwerte, es zorneifrig wider mich zu zücken. Als ich’s sah, erfaßte auch mich eine Wuth, daß mir Alles gleich galt, nur nicht ungerochen zu bleiben an seinem Überstolz. Ich hub meinen Arm hoch und drang auf ihn ein.